Assekuranz - Baloise kauft belgischen Versicherer Fidea

Baloise erwirbt den belgischen Versicherer Fidea für 480 Millionen Euro. Analysten sehen den Kauf positiv.
15.04.2019 10:58
Von Daniel Hügli
Eine Fähre in Hamburg mit dem Logo der Basler Versicherungen.
Eine Fähre in Hamburg mit dem Logo der Basler Versicherungen.
Bild: cash

Baloise erwirbt von der chinesischen Anbang Insurance Group den belgischen Mehrspartenversicherer Fidea und stärkt damit ihre Position im belgischen Markt, schreibt der Basler Versicherer in einer Medienmitteilung am Montag. Gleichzeitig diversifiziere sie mit dem Zukauf das Nichtlebenportfolio innerhalb der Gruppe.

Mit einem Anteil von 37 Prozent am Gesamtvolumen ist das belgische Nichtlebengeschäft nun in etwa gleich gross wie jenes der Schweizer Einheit. Fidea wies für das Geschäftsjahr 2018 ein Prämienvolumen von 351,6 Millionen Franken aus, wobei mehr als zwei Drittel der Prämien aus dem Nichtlebengeschäft stammen.

Die Aktie von Baloise steigt am Montag 0,4 Prozent. Sie hat seit Anfang Jahr 26 Prozent zugelegt.

Mit einem Marktanteil von neu 8,5 Prozent im Nichtlebengeschäft rückt Baloise in Belgien an die Top 4 Nichtlebenversicherer im belgischen Markt heran, schreibt Baloise.  Fidea hat den Unternehmenssitz in Antwerpen und beschäftigt rund 360 Mitarbeitende.

Baloise ist in Belgien unter der Marke "Baloise Insurance" tätig. 2018 erzielte sie dort ein Geschäftsvolumen von 1,7 Milliarden Franken und einen Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern (EBIT) von 199 Millionen Franken. Inklusive Fidea wird Baloise in Belgien nun rund 1600 Mitarbeitende beschäftigen.

Analysten positiv gestimmt

Analysten werten die Übernahme positiv. "Sie passt in die Geschäftsstrategie von Baloise, die auch vorsieht, durch kleinere
externe Verstärkungen in den Zielmärkten zu wachsen. Zudem ist davon auszugehen, dass die Übernahme von Fidea
wertvermehrend sein wird", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar. Auch die Bank Julius Bär beurteilt die Übernahme positiv, bemängelt aber den hohen Preis der Übernahme.

Anbang, der Verkäufer von Fidea, ist der drittgrösste chinesische Versicherungskonzern und steht seit Februar 20018 unter staatlicher Kontrolle. Die regierung in Peking gab damals knapp 61 Milliarden Yuan an Rettungsgelder aus, um das Unternehmen zu stabilisieren.

Anbang ging vor fünf Jahren im Ausland auf Akquisitionstour und hatte dabei rund 30 Milliarden Euro für Übernahmen ausgegeben. Unter den Übernahmeobjekten befand sich auch das Hotel Waldorf Astoria in New York, für das Anbang 1,9 Milliarden Dollar ausgab. Was blieb, war eine immense Verschuldung. Wu Xiaohui, der der Gründer von Anbang, wurde letzten Mai zudem wegen Betrugs und Veruntreuung zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt.