Assekuranz - Briten und Schweizer buhlen um deutsche Versicherungs-Policen

Die milliardenschweren Bestände deutscher Lebensversicherungs-Policen von Ergo und Generali wecken Insidern zufolge auch Interesse aus dem Ausland.
04.11.2017 16:15
Hauptsitz der Swiss Re. Hat sie Interesse an deutschen Lebensversicherungs-Policen?
Hauptsitz der Swiss Re. Hat sie Interesse an deutschen Lebensversicherungs-Policen?
Bild: ZVG

Die britische Resolution Group, die seit fast 15 Jahren Policen-Bestände ohne Neugeschäft abwickelt, habe mit Blick darauf bereits in Deutschland vorgefühlt, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Auch die Swiss Re schaue sich die beiden Portfolien mit sechs und vier Millionen Lebensversicherungs-Policen an. Der britische Finanzinvestor Cinven sei ebenfalls interessiert. Der Eigentümer des in Deutschland bereits aktiven Bestandsmanagers Viridium habe signalisiert, diesem für grössere Zukäufe frisches Kapital bereit zu stellen.

Die Münchener-Rück-Tochter Ergo und die Deutschland-Tochter der italienischen Generali loten derzeit aus, ob sich ihre alten Lebensversicherungs-Bestände verkaufen lassen. Das Neugeschäft bei Ergo - vor allem mit kapitalgebundenen Lebensversicherungen - läuft nicht mehr über Ergo Leben und Victoria. Generali will es für Generali Leben Anfang 2018 einstellen und hält ebenfalls Ausschau nach einem Käufer für diesen Bestand. Ob die deutsche Finanzaufsicht BaFin einen solchen Verkauf überhaupt genehmigt, hängt aber von der Solvenz des künftigen Eigentümers ab. "Die Hürden sind weiterhin sehr hoch", sagte ein Brancheninsider. "Dass sich da schnell etwas tut, ist unwahrscheinlich."

Das "Handelsblatt" berichtete am Montag, Ergo habe bereits bis Mitte November um unverbindliche Gebote für seine beiden Bestände gebeten. Eine Sprecherin betonte, es gehe immer noch darum, zu prüfen, "ob ein Verkauf überhaupt eine tragfähige Option sein könnte". Eine Grundsatzentscheidung für oder gegen einen Verkauf solle aber "möglichst bald" fallen.

Swiss Re und Cinven wollten sich nicht zu den Informationen äussern. Resolution war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(Reuters)