Assekuranz - Swiss-Re-Studie: Globale Versicherer müssen rentabler werden

Nichtlebenversicherer verdienen vor allem in grossen westlichen Märkten in ihrem Kerngeschäft zu wenig, um dieses auf die lange Sicht profitabel betreiben zu können.
08.09.2018 18:25
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Bild: Bloomberg

Zu diesem Schluss kommt die am Samstag vom Swiss Re Institute anlässlich des Rückversicherungstreffens in Monte Carlo publizierte sigma-Studie. Nötig wäre ein kräftiger Prämienanstieg.

Weltweit befinde sich der Nichtleben-Versicherungssektor derzeit in einer Schwächephase, was die Rentabilität angeht, heisst es in der Mitteilung zur Studie weiter. Auf das Geschäft drücken ungünstige Zeichnungsbedingungen beim Abschluss von Versicherungsverträgen, tiefe Anlagerenditen und das reichlich vorhandene Deckungskapital. Ein zu grosses Kapitalangebot am Versicherungsmarkt übt in der Regel Druck auf die Preise aus.

Rentabilitätslücke wächst

In diesem Marktumfeld entwickelten sich die Eigenkapitalrenditen im Nichtlebensektor gemäss den sigma-Berechnungen rückläufig: Im vergangenen Jahr wurde eine Rendite von 6 Prozent gemessen nach 7 Prozent 2016 und solchen von rund 9 Prozent in den Jahren 2013 bis 2015. Um die von den Firmen angestrebten 10 Prozent zu erreichen, müssten die Margen im Versicherungsgeschäft in den westlichen Märkten um fünf bis neun Prozentpunkten verbessert werden, so die Studie.

Immerhin helfen den Versicherern die im aktuell guten Wirtschaftsumfeld wieder anziehenden Zinsen und die damit verbunden verbesserten Anlagerenditen. Um die Rentabilitätslücke zu schliessen, reichten aber die positiven makroökonomischen Entwicklungen alleine sehr wahrscheinlich nicht aus, glauben die Studienautoren.

Kommt hinzu, dass mit den im derzeit angespannten Arbeitsumfeld zu erwartenden höheren Löhne und damit einhergehenden Inflationstendenzen, künftig auch mit höheren Schadenforderungen zu rechnen sei. Die Rechnung ist einfach: Steigen die Preise von Gütern, die man versichern will, dann steigen gleichzeitig auch die Schadenssummen in Versicherungsfällen. Die für das Geschäft gebildeten Rückstellungen eines Versicherers könnten zu tief berechnet sein.

Die Lösung zur Verbesserung der Rentabilität sehen die Swiss-Re-Ökonomen in erster Linie im Preisanstieg. Dabei müssten die Prämien stärker anziehen als dies die Schadentrends tun. Hilfe leisten zudem Investitionen in neue digitale Technologien, die Prozesse vereinfachen und so die Effizienz der Firmen verbessern. Allerdings kosten diese Innovationen Geld, was nur teilweise an den Kunden weitergegeben werden könne, geben die Ökonomen zu bedenken.

(AWP)