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Auf den Schweizer Börsen-Comet aufspringen

Die Fribourger Technologiefirma Comet kommt an der Börse je länger je besser an. Trotz Kurssprung am Montag und hoher Bewertung der Aktie gibt es auch jetzt noch gute Gründe, um einzusteigen.
17.02.2014 12:24
Von Pascal Meisser
Die Comet-Aktie steigt wie ein Komet in die Höhe.
Die Comet-Aktie steigt wie ein Komet in die Höhe.
Bild: iNg

Ein unerwartet starker Gewinnanstieg hat den Aktien von Comet zusätzlichen Schwung verliehen. Die Titel des auf Röntgen- und Vakuumtechnik spezialisierten Unternehmens aus dem fribourgischen Wünnewil schossen am Montag in einem positiven Markt teilweise über 13 Prozent auf ein Allzeithoch von 519 Franken hoch. Bis am Mittag pendelte sich der Aktienkurs bei rund 480 Franken ein. 

Vor dem Handelsstart hatte Comet einen Reingewinn für 2013 von 16 Millionen Franken bekanntgegeben. Das entspricht fast einer Verdreifachung des Vorjahresgewinns, der bei 5,9 Millionen Franken gelegen hatte. Gleichzeitig wuchs der Umsatz um 16 Prozent auf rund 250 Millionen Franken. Der definitive Jahresabschluss und Geschäftsbericht 2013 wird am 20. März 2014 publiziert.

In zwei Jahren verdreifacht

Die Anleger honorieren die Rückkehr von Comet zum positiven Gewinnwachstum bereits seit einiger Zeit. Nachdem die Aktie im Oktober 2011 mit 122,50 Franken den tiefsten Wert der letzten fünf Jahre erreicht hatte, erholte sich bis der Titel sukzessive. Oder anders ausgedrückt: Wer damals den Mut hatte, die Aktie zu kaufen, konnte bis heute seinen Einsatz glatt vervierfachen. 

Diese Entwicklung ist auch an den "Big Player" des Schweizer Finanzmarkts nicht entgangen. Unter den grössten Aktionären von Comet befindet sich gewissermassen die Crème de la crème der hiesigen Fondsindustrie: BlackRock besitzt 5,1 Prozent der Aktien, die Fondsabteilung der Privatbank Pictet 5 Prozent, UBS Fund Management 4,8 Prozent sowie Swisscanto, das Anlagefonds-Gemeinschaftsunternehmen der Kantonalbanken, 2,9 Prozent. Zu den Grossaktionären gehört auch Banker Thomas Matter, der 4,4 Prozent der Comet-Aktien hält. 

Für Anleger-Fantasien sorgt Comet durch das ständige Entwickeln von innovativen Technologien in ihren zwei Hauptbereichen Röntgen- und Vakuumtechnik. Derzeit stehen zwei neue Anwendungen auf dem Prüfstand: Zum einen die so genannte E-Beam-Technologie zur Sterilisierung von Oberflächen, zum andern die Plasmatechnologie für die Chip-Herstellung.

Hoffnungsträger E-Beam

Vor allem die Perspektiven bei der E-Beam-Technologie sehen hervorragend aus. Mit dieser Technik wird es möglich, ohne Chemie Lebensmittel zu entkeimen. "E-Beam soll in zehn Jahren ein Hauptpfeiler der Comet-Gruppe sein", sagte CEO Ronald Fehlmann anlässlich eines Investorentags im letzten November.

Erster Testkunde ist der Getränkekartonhersteller Tetrapak, der die neuen Comet-Geräte seit letztem Jahr in Betrieb hat. Vom Erfolg bei diesem Schlüsselkunden wird es davon abhängen, ob die neue Technologie sich am Markt behaupten kann - doch daran zweifelt bei Comet kaum jemand. 

Im Kerngeschäft hingegen sind die Wachstumsaussichten deutlich eingeschränkt. Bei den industriellen Röntgenröhren hat Comet einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Damit erzielt das Unternehmen gegen 70 Prozent der Erlöse. 

Ein Kauf - trotz stolzer Bewertung

Diese Dimensionen zeigen: Weitere Kursgewinne sind möglich - sofern Comet mit seinen technologischen Innovationen Erfolg hat. Derzeit ist die Aktie stolz bewertet. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse für 2014 und 2015 liegen bei 25, respektive 18. Die Neue Helvetische Bank geht allerdings davon aus, dass die Konsensschätzungen für das laufende Jahr um zehn bis zwanzig Prozent angehoben werden müssen - was die Bewertung entsprechend nach unten drückt. 

Für langfristig agierende Anleger ist deshalb Comet noch immer ein Kauf. Allerdings könnte sich lohnen, auf ein "sell on good news" anlässlich der Zahlenpräsentation vom 20. März zu spekulieren und zu tieferen Preisen einzusteigen.