Auf diese Aktien setzen die besten Fondsmanager

Verschiedene Aktien sind bei den besten Schweizer Fondsmanagern besonders beliebt, wie eine Auswertung von cash zeigt. Auf dem aktuellen Kursniveau sind jedoch nur noch wenige Favoriten der Fonds einen Einstieg wert.
20.03.2013 11:00
Von Pascal Meisser
Die Aryzta-Aktie ist bei Fondsmanagern besonders beliebt. Privatanleger sollten derzeit aber nicht mehr einsteigen.

In den letzten zwölf Monaten waren die Schweizer Fondsmanager überdurchschnittlich erfolgreich: 162 von 224 aller Fonds, die Aktien des Swiss Market Index beinhalten, erzielten eine bessere Performance als der Vergleichsindex. Das entspricht fast 75 Prozent. Bei den Nebenwerten liegt die Erfolgsquote tiefer - derzeit bei genau 50 Prozent.

Diese Differenz überrascht: Gerade bei den Standardwerten unterscheiden sich die Portfolios der verschiedenen Fonds in der Regel unwesentlich. Die Hauptpositionen in diesen Fonds bilden durchwegs die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestle sowie die Aktien der UBS und ABB. Die Performance hängt deshalb meist einzig davon ab, welches Gewicht der Fondsmanager diesen fünf Aktien zumisst.

cash nahm deshalb bei den Nebenwerte-Fonds die öffentlich einsehbaren Top-Ten-Positionen unter die Lupe und untersuchte, welche Schweizer Small- und Midcaps bei den besten Fondsmanagern besonders beliebt sind.

Viele Fonds setzen auf Aryzta

Traditionell häufig in Fonds vertreten sind die populären Industriewerte wie Schindler und Sulzer sowie der Lebensversicherer Swiss Life. Ueberraschend häufig finden sich aber auch die Papiere des Backwarenherstellers Aryzta. Nicht weniger als zehn der 25 besten Fonds haben mindestens zwei Prozent ihres Fondsvolumens in diese Aktie investiert. Gleich zwei Fondsgesellschaften – Credit Suisse Fonds und Blackrock – gehören deshalb zu den grössten Miteigentümer des Unternehmens. Allerdings ist der Titel derzeit ansehlich hoch bewertet.

Ebenfalls häufig gekauft werden die Aktien der Versicherer Baloise und Helvetia, der Industrieunternehmen Sika und OC Oerlikon, des Hörgeräteherstellers Sonova, des Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli sowie des Laborausrüsters Tecan. Vertreten sind aber auch Titel, die bei Privatanlegern in der Regel weniger populär sind – wie zum Beispiel jene der Finanzunternehmen GAM und Partners Group, des Fertigungstechnikkonzerns Walter Meier, des Kompressorenherstellers Burckhardt Compression sowie des Flughafen Zürich.

Diese grosse Auswahl an beliebten Titeln zeigt, wie wichtig gerade im Nebenwerte-Segment das aktive Management in der laufenden Börsenphase ist. Nur wer eine gute Nase für steigende Aktienkurse hat, sticht in diesem Segment deutlich aus der Masse hervor.

Fünf Aktien sind kaufenswert

Allerdings sollten Privatanleger Vorsicht walten lassen, wenn sie als Trittbrettfahrer von dieser Titelauswahl profitieren möchten. Denn nicht jede Aktie bietet nach den Kurssteigerungen der letzten Monate noch weiteres Potenzial. Deshalb erhalten aufgrund der aktuellen Bewertung und der Wachstums- und Gewinnaussichten nur fünf Titel das Prädikat "kaufenswert":  Baloise, Helvetia, Sonova, Lindt & Sprüngli sowie der Flughafen Zürich.

Für die beiden Versicherer Baloise und Helvetia sprechen einerseits die moderate Bewertung sowie die hohe Dividendenrendite, aber auch die besser rentierenden Finanzmärkte. Diese ermöglichen wieder höhere Kapitalerträge als noch in den Krisenjahren. Beide Gesellschaften suchen das Wachstum – Baloise organisch im Inland und Helvetia mit Akquisitionen als Katalysator vorwiegend im Ausland.

Die Kursschwäche bei Sonova in den letzten Tagen bietet wieder Einstiegschancen, nachdem der Aktienkurs im Februar an Schwung gewonnen hatte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 liegt Sonova im langfristigen Durchschnitt. Angesichts der langfristigen Wachstumsperspektiven im Hörgeratemarkt ist diese Bewertung gerechtfertigt.

Wachstumsphantasien dürften in den kommenden Monaten die Kurse von Lindt & Sprüngli und vom Flughafen Zürich beflügeln. Der Schokoladehersteller zeigt seit Jahren ein regelmässiges Gewinnwachstum und scheint keine Krisen zu kennen. In der letzten Dekade beendete die Aktie nur ein Jahr mit einer negativen Performance. Alleine in den letzten 15 Jahren hat sie sich versiebenfacht.

Auch der Titel des Flughafen Zürich – eine eigentliche Immobilienaktie – dürfte bald an Kurstempo gewinnen. Noch dieses Jahr beginnen die Arbeiten zum grossen Immobilienprojekt The Circle, der dem Flughafenbetreiber ab 2017 eine noch grössere Unabhängigkeit vom Flugbetrieb ermöglicht. Ohnehin spielt der Non-Aviation-Bereich eine immer bedeutendere Rolle. 2012 erarbeitete dieser Bereich 36 Prozent des Umsatzes, aber 67 Prozent des Gewinns.