Auf UBS-Aktionäre warten Milliarden

Die Änderung der Gruppenstruktur ist bei der UBS nur noch Formsache. Die dadurch geringere Kapitalbindung lässt in Zukunft höhere Dividenden an die Aktionäre zu, sagen gleich drei Analysten.
16.12.2014 08:45
Von Lorenz Burkhalter
Wird die UBS bis Ende 2018 insgeamt 27 Milliarden Franken an die Aktionäre zurückführen?
Wird die UBS bis Ende 2018 insgeamt 27 Milliarden Franken an die Aktionäre zurückführen?
Bild: Bloomberg

"Zurück auf Start", heisst es in diesen Tagen für die Aktionäre der UBS Group. Nachdem die Aktie der in Zürich beheimateten Grossbank über weite Strecken des Jahres über dem Stand von Anfang Januar notierten, fielen sie zuletzt darunter zurück. Selbst unter Berücksichtigung der im Frühjahr entrichteten Dividende errechnet sich im bisherigen Jahresverlauf bestenfalls eine schwarze Null.

Sobald jedoch die Änderung der Gruppenstruktur unter Dach und Fach ist, könnte den Aktionären ein wahrer "Geldregen" winken. Das behaupten zumindest gleich drei verschiedene Analysten unabhängig voneinander.

Rechtsrisiken werden realistischer eingeschätzt

Noch ist es aber nicht ganz so weit, hält die Grossbank nach Ablauf des Umtauschangebots von Aktien der UBS AG in solche der UBS Group doch erst knapp 97 Prozent der angestrebten Aktien. Der Prozentsatz der angedienten Aktien liegt damit unterhalb des Schwellenwerts von 98 Prozent, welcher für ein börsenrechtliches Squeeze-out-Verfahren erforderlich wäre.

Bei Kepler Cheuvreux wird die Aktie der UBS Group von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Gleichzeitig hebt der für gewöhnlich eher skeptische Analyst das Kursziel auf 20 (17) Franken an.

Schon im Frühling erste Sonderdividende?

Die Kaufempfehlung wird mit der realistischeren Erwartungshaltung an den zukünftigen Ergebnisbeitrag aus dem Kerngeschäft Wealth Management und jene im Zusammenhang mit den noch drohenden Rechtskosten begründet. Die Grossbank stehe am Beginn einer deutlich grosszügigeren Ausschüttungspolitik, so der Analyst. Er rechnet alleine bis Ende 2018 mit einer Bardividende im Gesamtwert von 15 Milliarden Franken und zusätzlichen 11 Milliarden Franken in Form von Aktienrückkäufen. Insgesamt sollten so jährlich 7 Franken je Aktie den Weg zu den Aktionären finden.

In dieselbe Kerbe schlägt sein für die Berenberg Bank tätiger Berufskollege. Er rechnet schon im kommenden Frühling über die reguläre Ausschüttung von 0,45 Franken je Aktie hinaus mit einer Sonderdividende von 0,25 Franken pro Titel. Die Aktionäre müssten sich nur noch gut vier Monate in Geduld üben, so schreibt der Analyst.

UBS-Aktie wird Aufwärtspotenzial von 20 Prozent zugetraut

Bei der Citigroup wird die Aktie der UBS Group in Erwartung einer grosszügigeren Dividendenpolitik sogar zu den "Top Global Banks Picks" für 2015 gezählt. In einer Branchenstudie wird die Grossbank als Gewinnerin steigender Zinsen in den USA gefeiert. Auch in diesem Zusammenhang wird mit in Zukunft höheren Ausschüttungen gerechnet.

Mit ihrer positiven Einschätzung befinden sich die drei Analysten allerdings in bester Gesellschaft. Erhebungen von awp zufolge empfehlen 14 von 21 Experten die UBS-Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 20,15 Franken und damit um gut 20 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.