stock alert

Auffällige Insiderkäufe bei Dufry

Die Manager des Reisedetailhändlers Dufry kauften in den letzten Tagen Aktien von mehreren Millionen Franken. Sollen Anleger nun nachziehen?
11.02.2014 14:15
Von Frédéric Papp
Dufry betreibt Läden vornehmlich an Flughäfen.
Dufry betreibt Läden vornehmlich an Flughäfen.
Bild: ZVG

Kauft die oberste Führungsriege eines Unternehmens eigene Aktien auf – im Fachjargon Insiderkäufe genannt – ist dies ein Zeichen, dass etwas im Busch ist. Beim Basler Reisedetailhändler Dufry zeigen sich seit gut zwei Wochen verstärkt solche Zukäufe.

So gingen nach Angaben der Schweizer Börse SIX vom 20. Januar bis heute Dienstag 45'500 Dufry-Aktien im Gegenwert von 6,5 Millionen Franken an nicht-exekutive Verwaltungsratsmitglieder. Verkäufe gab es in dieser Zeitspanne keine. Die Mehrheit der Käufe fand nach einer Korrektur in den zwei letzten Januarwochen statt. Damals sackte die Aktie rund 12 Prozent ab.

Die Insiderkäufe gehen Hand in Hand mit der Kursentwicklung. Seit dem Zwischentief Ende Januar klettern die Titel wieder. Und auch am Montag legen die Titel deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt. Sollen Anlegern nun aufspringen?

Uneinigkeit unter Analysten

Kein einheitlicher Tenor herrscht bei den Analysten. Während die Citigroup jüngst ihr Rating von "Neutral" auf "Sell" anpasste (Kursziel 135 Franken), nahm die US-Investmentbank Jefferies International den weltweit zweitgrössten Reisedetailhändler mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 165 Franken in ihr Research-Portfolio auf. Derzeit notiert die Aktie bei rund 143 Franken.

Dufry betreibt in 42 Ländern auf vier Kontinenten rund 1'100 Duty-Free-Läden. In den Schwellenländern erwirtschaftet das Basler Unternehmen 60 Prozent des Umsatzes. In Anbetracht der schwierigen Situation in gewissen Emerging Markets stellt dies ein Klumpenrisiko dar. Das Augenmerk richtet sich derzeit vor allem auf Argentinien. Das Land steuert einmal mehr auf den Staatsbankrott zu.

Die Basler bewirtschaften dort eine Verkaufsfläche von 8000 Quadratmetern verteilt auf fünf Flughäfen. Die scharfe Abwertung des argentinischen Peso schmälert die Kaufkraft der Konsumenten. Seit Jahresbeginn hat die Währung gegenüber dem Franken um 16 Prozent abgegeben. Und dies dürfte über kurz oder lang Dufry Umsatzeinbussen bescheren. Analysten schätzen den Umsatzbeitrag auf 5 und der EBITDA-Beitrag auf 7 Prozent.

Schlüsselmarkt Brasilien

Unter den Emerging Markets ist auch Brasilien für Dufry ein Schlüsselmarkt. Im laufenden Jahr soll das südamerikanische Land 20 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen. Allerdings läuft der Ball für Brasilien, wo diesen Sommer die Fussball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird, alles andere als rund. Inflation, dürftiges Wachstum, hohe Staatsausgaben – Brasiliens Ruf als Wirtschaftswunderland ist arg angekratzt.

Dennoch scheinen die Wachstumsaussichten intakt. Der Flughafenverband Airports Council International rechnet in den kommenden Jahren in Lateinamerika mit einem Passagierwachstum über dem Welt-Bruttosozialprodukt.

Weiter erschliesst Dufry laufend neue Märkte und verstärkt seine Position in bestehenden Märkten. So hat das Unternehmen kürzlich die Verkaufsfläche am Flughafen in Lagos (Nigeria) erweitert und mit einer zehnjährigen Konzession abgesichert. Nigeria wächst stark und ist nach Südafrika die zweitgrösste Volkswirtschaft des Kontinents. Bereits stark positioniert ist Dufry in Nordafrika (Algerien, Ägypten, Tunesien) und Westafrika (Ghana, Elfenbeinküste).

Jahresergebnisse abwarten

Bei Dufry wechseln sich Licht und Schatten ab. So bieten die starke Präsenz in den Schwellenländern zwar potenzielles Umsatzwachstum. Anleger vertrauen denn auch darauf, dass sich dies auszahlen wird.

Auf der anderen Seite bleibt die Lage in Argentinien und Brasilien weiterhin heikel und könnte sich gar noch zuspitzen. Die US-Bank Morgan Stanley zählt Brasilien, neben Indien, Indonesien, Südafrika und der Türkei nicht umsonst zu den "Fragile Five". Hinzu kommt, dass die Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 nicht billig sind.

Trotz der Insider-Käufe sollten Anleger noch nicht auf den Zug aufspringen. Es empfiehlt sich, die Jahresergebnisse am 13. März abzuwarten.