Aufspaltung mittels IPO - Galenica will Apothekengeschäft im zweiten Quartal an die Börse bringen

Der Gesundheitskonzern Galenica macht Nägel mit Köpfen und wird sich in einen Pharma- sowie einen Logistik- und Apotheken-Teil aufspalten.
14.03.2017 07:14
Galenica mit Sitz Bern ist eine international tätige Schweizer Pharmazie- und Logistikunternehmensgruppe.
Galenica mit Sitz Bern ist eine international tätige Schweizer Pharmazie- und Logistikunternehmensgruppe.
Bild: ZVG

Galenica will hierfür die Mehrheit ihrer Galenica Santé-Aktien mittels IPO an der SIX Swiss Exchange verkaufen.

Galenica Santé solle mittelfristig vollständig veräussert werden, um die Aufteilung der Gruppe abzuschliessen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Vorbehaltlich stabiler Marktbedingungen gehe Galenica davon aus, dass die Kotierung im zweiten Quartal 2017 erfolgen wird.

Den Erlös aus dem IPO setzt Galenica zur Refinanzierung der 1,53-Mrd-schweren Übernahme des US-Biotechunternehmens Relypsa ein, die mit dem Kaliumbinder Veltassa und einer gut 200 Mitarbeitenden starken US-Vertriebsorganisation in die Pharmasparte integriert wird. Die Credit Suisse hatte für den Zukauf einen Überbrückungskredit gewährt.

Zudem soll die Galenica Gruppe in Vifor Pharma Gruppe umfirmiert werden. Hernach werde Galenica Santé unter dem Namen Galenica am Markt auftreten, heisst es weiter.

Mittelfristig Dividendenausschüttungsquote von 65 Prozent

Für 2017 strebe Galenica Santé ein Umsatzwachstum in der Grössenordnung des Vorjahreswerts von 3,2 Prozent an. Das EBIT-Wachstumsziel für 2017 liege leicht unter dem Umsatzwachstumsziel, was auf den Einfluss der Akquisition von Pharmapool auf den Umsatz-Mix zurückzuführen sei.

Mittelfristig wolle Galenica Santé beim Wachstum den Schweizer Gesundheitsmarkt übertreffen und strebe ein EBIT-Wachstum über dem Umsatzwachstum an.

Ferner sehe Galenica Santé 2018 eine Dividendenausschüttung von mindestens 75 bis 80 Mio CHF vor. Mittelfristig werde eine Ausschüttungsquote von mehr 65 Prozent angestrebt, heisst es weiter.

Jahreszahlen präsentiert

Galenica legte auch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vor. Der Gewinn ist tiefer als noch vor Jahresfrist. Grund dafür ist eine buchhalterische Belastung nach IAS 19 durch die im vergangenen Jahr angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Relypsa.

Das Gruppenergebnis wurde dadurch auf Gewinnstufe mit 91,6 Millionen Franken belastet und verringerte sich dadurch um 13 Prozent auf 324 Millionen Franken, nach Minderheiten sank der Gewinn um 19 Prozent auf 244 Millionen, wie Galenica am Dienstag mitteilt. Die Sonderbelastung ausgeklammert hätte sich der Gruppengewinn um 14 Prozent erhöht (n.Mind. +13 Prozent).

Der operative Gewinn reduzierte sich derweil auf Stufe EBIT um ein Fünftel auf 362 Millionen Franken und auf Stufe EBITDA um 9,0 Prozent auf 489 Millionen. Hier wäre ohne Relypsa auf vergleichbarer Basis ein Anstieg von 10 Prozent bzw. 11 Prozent erreicht worden. Wie bereits im Januar mitgeteilt wuchs der Gruppenumsatz um 8,6 Prozent auf 4,12 Milliarden Den Aktionären wird eine um 2,00 auf 20,00 Franken je Aktie erhöhte Bruttodividende zur Auszahlung vorgeschlagen.

(AWP)