Aus für «Schatten-Ratings» ärgert Vermögensverwalter

Das Verbot so genannter Schatten-Ratings durch die Europäische Union macht es für Anleihe-Manager in Skandinavien schwieriger, Verbindlichkeiten von hoher Qualität zu kaufen.
08.10.2016 16:59
Blick auf Oslo. Norwegens grösste Bank hat sich entschieden, Schatten-Ratings nicht weiter anzubieten.
Blick auf Oslo. Norwegens grösste Bank hat sich entschieden, Schatten-Ratings nicht weiter anzubieten.
Bild: pixabay.com

"Wenn diese Ratings weg sind, müssen wir einen anderen Weg finden, um Investment-Grade zu definieren", sagt Jacob Boers Lind, Chef für Festverzinsliche Norwegen bei Danske Capital, dem Asset-Manager von Danske Bank.

Die European Securities and Markets Authority hatte entschieden, dass Ratings nur durch eingetragene Gesellschaften wie Moody’s, S&P und Fitch zur Verfügung gestellt werden können. Die Schatten-Noten im Norden - also Ratings, die von Kredit-Analysten von Banken stammen - sind einer der Stützpfeiler des Unternehmensanleihe-Marktes der Region gewesen. Sie haben es kleineren Unternehmen erlaubt, Bonds zu begeben. Zudem senkten sie die Emissionskosten.

Skandinavien, das Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen umfasst, hat den größten Anteil von Anleihen ohne Ratings in Europa, heißt es bei Moody’s. DNB ASA, Norwegens größte Bank, hatte sich am Montag mit sofortiger Wirkung entschieden, Schatten-Ratings nicht weiter anzubieten. Damit sind jetzt fünf der sechs größten Banken in der nördlichen Region in diesem Bereich nicht mehr aktiv.

Die Entscheidung könnte die Liquidität für Anleihen, die von kleineren Banken in Norwegen emittiert wurden, gefährden. Derzeit werde das Thema auf Ebene des norwegischen Verbands der Fondsgesellschaften und Assetmanager erörtert, sagte Boers Lind und merkte an: "Schatten-Ratings abzuschaffen richtet mehr Schaden an als es nützt".

©2016 Bloomberg L.P.

(Bloomberg)