Ausblick 2013: «Mein Gefühl ist nicht das beste»

Gambler Roman Kilchsperger zweifelt, ob sich die gemütliche Börsenlage fortsetzt. Der TV-Star über seine Apple- und Facebook-Anlagen und das WC-Erlebnis mit einem Bundesrat. Teil Drei der Interviewserie zum Jahresende.
19.12.2012 08:15
Interview: Daniel Hügli
Roman Kilchsperger ist bekennender Zocker und Aktien-Gambler.
Roman Kilchsperger ist bekennender Zocker und Aktien-Gambler.
Bild: SF

Bis Ende dieser Woche bringt cash jeden Tag ein Interview mit bekannten Personen aus der Schweizer Wirtschaftwelt und mit Menschen, die sich mit den Finanzmärkten beschäftigen. Sie halten Rückschau auf das ablaufende Jahr und werfen einen Blick auf 2013. Heute: Roman Kilchsperger, TV- und Radiomoderator.

 

cash: Herr Kilchsperger, welches war Ihre eindrücklichste Begegnung in diesem Jahr?

Eindrücklich ist vielleicht zu viel gesagt, aber im Umfeld eines Donnschtig-Jass habe ich mit Bundesrat Alain Berset an der Pissoir-Wand gestanden.

Welche Begebenheit bleibt Ihnen in schlechter Erinnerung?

Auf der Negativseite habe ich nichts zu bieten, was Ihre Leser interessieren wird. Ich konnte alles problemlos verdrängen.

Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl, wenn Sie die wirtschaftliche Lage in der Schweiz einschätzen?

Wie viele Staaten in Europa haben noch wirtschaftlichen Schrott-Status? Einige, oder? Ich kann einfach nicht glauben, das all die Finanzspritzen nachhaltig sein werden. Da wird es wohl einige Beerdigungen geben. Und wir werden als Zaungast wohl mitweinen müssen. Mein Gefühl ist nicht das beste.

Sie moderierten ja die Sendungen 'Deal or No Deal' und 'Traders'. Zocken Sie privat immer noch ab und zu?

Ja, klar. Ich sehe ja kaum ein Fussballspiel, ohne dass ich eine Wette am Laufen hätte. Und da sind natürlich auch noch unsere Jassrunden.

Sie sind auch bekennender Aktien-'Gambler'. Konnten Sie 2012 eine reiche Ernte einfahren?

Ich hatte sehr schöne Momente mit Facebook. Das war eine Zeit lang einfach zu gambeln. Inzwischen ist es etwas unberechenbarer geworden. Und Adecco war mir auch relativ gut gesinnt. Reich bin ich dennoch nicht geworden.

Haben Sie einen heissen Aktien-Tipp für uns?

Habe ich leider nicht. Entgegen Expertentipps bin ich jetzt aber erstmals bei Apple eingestiegen.

Wie informieren Sie sich über die Börsenlage? Bei Ihren wöchentlichen Radio-Energy-Interviews mit cash-Guru Alfred Herbert?

Wir sind eigentlich in regelmässigem Austausch. Daher kenne ich seine Meinung ziemlich genau. Im übrigen lese ich öfters die Wirtschaftsteile und bin oft auf cash.ch. Mehr Zeit kann ich mir nicht nehmen.

Wie legen Sie das Geld sonst an?

Ich habe gar keins. Alles in meinem Haus. Den Rest schlucken Familie und schöne Ferien.

Wird das 2013 ein ebenso gutes Börsenjahr wie 2012?

Ich denke, es wird wieder ein Nervenkitzel. Die letzten Wochen waren ja eher gemütlich. Ich glaube kaum, dass es so bleibt. Dafür gibts noch zu viele Baustellen rundum.

Was wünschen Sie sich generell für 2013?

Dass ich möglichst oft mit Leuten zusammen bin, die Spass am Leben haben. In lustiger Runde zu sitzen ist immer noch deutlich besser als alleine seine paar Prozentpunkte Börsengewinn zu feiern.

Wo und wie verbringen Sie die Feiertage?

Wir wollen endlich mal einen Silvester nur mit den Jungs feiern. Und an Weihnachten sind die Kids ja eh am liebsten daheim. Darum machen wir uns gemütliche Tage zuhause.

 

Bisher erschienen:

Gian Gilli, «Mister Olympia»: «Ich setze auf Immobilien» (Dienstag, 18.12.2012)

Stefan Meierhans, Preisüberwacher: «Bessere Konjunktur als in Europa» (Montag, 17.12.2012)