Australien legt Rekord-Anleihe auf

Um an frisches Geld zu kommen, hat Australien eine Rekord-Anleihe mit vergleichsweise hoher Rendite an den Markt gebracht.
16.10.2016 08:32
Blick auf das Opernhaus in Sydney.
Blick auf das Opernhaus in Sydney.
Bild: pixabay.com

Australien hat erstmals eine Anleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren aufgelegt. Mit einem Volumen von 7,6 Mrd. australischen Dollar war es die grösste Emission aller Zeiten des Staats. Die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihe kletterte daraufhin auf den höchsten Stand seit Juni.

"Das letztendliche Volumen war etwas höher als wir erwartet hatten, aber es zeigt sich eine gute Nachfrage", sagte Roger Bridges, globaler Chefstratege Zinsen und Währungen bei der australischen Sparte von Nikko Asset Management in Sydney. Die 30-jährigen Papiere "bieten einen relativen Wert gegenüber Swaps" und vergleichbaren ausländischen Anleihen, sagte er.

Die im März 2047 fällige Anleihe kam mit einer Rendite von 3,27 Prozent an den Markt, wie das Australian Office of Financial Management (AOFM) am Mittwoch mitteilte. Die von einem Bankenkonsortium begleitete Emission verlängert die australische Renditekurve, die bisher längste Laufzeit war 2039.

Die Rendite der 2047-Bonds ist höher als bei vergleichbaren Anleihen anderer grosser Industrieländer: In den USA liegt der Benchmarksatz bei 2,51 Prozent, in Japan bei 0,5 Prozent und in Deutschland bei 0,65 Prozent.

Renditen auf beispiellosen Tiefs

Australien hat die Gelegenheit wahrgenommen, für einen längeren Zeitraum Geld aufzunehmen, nachdem die Renditen dieses Jahr auf beispiellose Tiefs gesunken waren. Zudem braucht der Staat Geld, da die niedrigeren Rohstoffpreise und geringere Investitionen im Bergbau die Einnahmen abschmelzen liessen, die Kosten aber nicht entsprechend gesenkt werden konnten.

Das Land befindet sich in der längsten Phase mit Haushaltsdefiziten seit mindestens 1970, und die Erwartungen auf eine Rückkehr zu einem Überschuss wurden wiederholt zurückgeschraubt.

Die Emission erfolgte zu einer Zeit, da das ausländische Interesse an australischen Bonds abgenommen hat. Offiziellen Angaben zufolge ist der Anteil der Staatsanleihen in ausländischer Hand im zweiten Quartal 59 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Anteil seit mindestens 2009. 2012 war mit 76 Prozent der bisherige Höchstwert erreicht worden.

Konsortialführer bei der Emission waren Australia & New Zealand Banking Group, Citigroup, Commonwealth Bank of Australia, Deutsche Bank, UBS Group und Westpac Banking Corp.

(Bloomberg)