Automobilzulieferer - Feintool erhöht Kreditvertrag mit den sechs Hausbanken

Feintool verschafft sich mehr finanziellen Spielraum. Die Industriegruppe hat den Kreditvertrag mit ihren sechs Hausbanken aus der Schweiz und Deutschland erhöht und verlängert.
30.06.2020 11:08
Ein Feintool-Technologiezentrum in Japan.
Ein Feintool-Technologiezentrum in Japan.
Bild: ZVG

Der bis Sommer 2023 laufende Vertrag soll die operative Flexibilität im herausfordenden Umfeld sichern, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. "Die Folgen der Covid-19 Pandemie mit mehrwöchigen Betriebs-Stillständen bei unseren wichtigsten Kunden haben erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft. Darauf haben wir unter anderem mit Kostenanpassungen reagieren", wird Konzernchef Knut Zimmer in der Mitteilung zitiert.

Unternehmenssprecherin Karin Labhart verwies gegenüber AWP auf die Frage, wie gross die Umsatzausfälle durch die Werkschliessungen der Automobilhersteller sind und in welchem Umfang die Kosten gesenkt werden sollen, auf die Publikation der Halbjahreszahlen am 14. August.

Feintool selber schloss bereits im März die Stilllegung eigener Werke zumindest nicht aus. Und Ende April anlässlich der Generalversammlung wurde mitgeteilt, dass mit einem temporären Produktionsrückgang infolge der Coronavirus-Krise zu rechnen sei. Damals wurde die Guidance für das laufende Jahr ausgesetzt und der Verzicht auf die Ausschüttung einer Dividende kommuniziert.

Alle Werke wieder in Betrieb

Labhart bestätigte nun, dass verschiedene Werke vorübergehend geschlossen waren, mittlerweile aber wieder offen seien. Die Situation sei international sehr unterschiedlich. So hätten etwa in den USA einzelne Staaten eine vollständige Einstellung der Produktion verordnet, welche aber für die als systemrelevant geltenden Teile von Feintool für den Medizinalbereich nicht gegolten habe. Und in China, dem wichtigsten asiatischen Markt, laufe es "soweit wieder recht gut". In Europa wiederum, werde aufgrund der nach wie vor sehr tiefen Nachfrage weiterhin das Instrument der Kurzarbeit genutzt.

In welchem Umfang Stellen abgebaut worden sind, ist gemäss Labhart nicht abzuschätzen. Sie räumte aber ein, dass Feintool, insbesondere in den USA - aufgrund fehlender Kurzarbeitsmöglichkeiten - derzeit weniger Mitarbeiter beschäftige als zuvor. Bei anziehender Nachfrage führe das aber in den USA zu laufenden Wiedereinstellungen.

Mit dem Ausbau der Kreditvereinbarung mit den Hausbanken will Feintool "für die kommende Zeit vorsorgen und sich zusätzlich finanziell absichern". Der bisherige Kreditrahmen hatte einen Umfang von 90 Millionen Franken. Dieser sei nun um 30 auf 120 Millionen Franken erhöht worden, so die Sprecherin.

An der Börse führt die Nachricht zu leichtem Abgabedruck. Die Aktie steht im Vormittagsgeschäft in einem knapp negativen Gesamtmarkt 1,6 Prozent tiefer.

(AWP)

 
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