Autoneum-CEO: «Das ist der Start»

Die Autoneum-Aktionäre erhalten massiv mehr Dividende. Konzernchef Martin Hirzel gibt im cash-Video-Interview Hinweise, inwiefern der Winterthurer Autozulieferer Kurs auf den «Olymp» der Dividendenperlen genommen hat.
05.03.2015 14:46
Von Marc Forster, Winterthur
Martin Hirzel erklärt den Profitabilitätssprung von Autoneum.
Bild: cash

Als der Textilmaschinenkonzern Rieter seine Autosparte im April 2011 an die Börse brachte, war Autoneum ein Turnaround-Fall. Obwohl der Aktienkurs nach einer anfänglichen Schwächephase seit 2013 massiv enorm angezogen hat, blieb die Aktie dividendentechnisch wenig interessant. Mit dem Resultat 2014 hat Autoneum nun die Dividende von 1,30 Franken auf 4,50 Franken erhöht. Der Kurs der Aktie hebt daraufhin ab. Der Titel gewann am Donnerstag zweitweise fast 8 Prozent.

Autoneum kennt im Moment eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent, laut CEO Martin Hirzel kann diese künftig auch höher ausfallen. Mit der Dividende haben man ein neues Niveau erreicht, oder mehr: "Das ist der Start", sagt der Unternehmenslenker im cash-Video-Interview. Mit einer Dividendenrendite von 2,3 Prozent ist Autoneum zwar nicht ganz in der Sphäre der besonders dividendenstarken Renditen angekommen, aber mit einem weiterhin guten Geschäftgang verspricht die Ausschüttung einigermassen stabil zu bleiben.

Arbeitszeit wegen Franken erhöht

Autoneum glänzte 2014 auch mit einer deutlich verbesserten Profitabilität. Hirzel nennt dafür drei Gründe: Besser ausgelastete Werke in Europa, der Asien-Boom und eine erhöhte Effizienz. Diese Faktoren begünstigen Autoneum auch im laufenden Jahr: Während der Markt global 2 bis 2,5 Prozent wachsen werde, wolle die Gruppe um 4 bis 5 Prozent zulegen, sagt Hirzel.

Der CEO geht davon aus, dass Autoneum die Frankenstärke meistern kann. Von den 50 Werken der Gruppe findet sich eines in der Schweiz, und zwar in Sevelen SG. Dieses Werk steuere etwa sieben Prozent zum Umsatz bei, sagt Hirzel. Effizienzdruck so nichts neues: Die Spielregeln im Autozuliefergeschäft gäben vor, dass ein Werk wie Sevelen in jedem Falle um die fünf Prozent Kosten im Jahr reduzieren müsse.

In Werke Sevelen wird die Arbeitszeit allerdings von 41,5 auf 43 Stunden erhöht. Diese Massnahme ist laut dem Autoneum-Management vorläufig und hängt von der weiteren Entwicklung des Euro-Franken-Wechselkurses ab.

Im cash-Video-Interview äussert sich Martin Hirzel auch zu den Megatrends im Automobilbau und dem Geschäfts- und Entwicklungspotenzial, das sich für Autoneum daraus ergibt.