Avaloq wird transparenter

Das Bankensoftware-Unternehmen Avaloq gibt eine Umsatz- und Gewinnschätzung für das laufende Jahr bekannt.
16.12.2016 16:06
Francisco Fernandez ist CEO und Mehrheitsaktionär von Avaloq.
Francisco Fernandez ist CEO und Mehrheitsaktionär von Avaloq.
Bild: ZVG

Der CEO von Avaloq, Francisco Fernandez, erwartet für das laufende Jahr 2016 einen Umsatz von 525 Mio CHF nach einem Umsatz von 485 Mio CHF im Vorjahr. Zudem solle 2016 ein Betriebsgewinn (EBITDA) zwischen 70 und 80 Mio CHF resultieren, wird Fernandez in einem Artikel im Wirtschaftsmagazin "Bilanz" vom Freitag zitiert.

Der Avaloq-CEO gibt sich gegenüber der "Bilanz" trotz Negativ-Schlagzeilen in den vergangenen Monaten zuversichtlich. So solle es mit Avaloq auch 2017 weiterhin aufwärts gehen und der EBITDA werde erstmals die Marke von 100 Mio CHF überschreiten. Eine Übersicht mit Kennzahlen zum Avaloq-Geschäft hat Fernandez auch an seine Kunden geschickt, um sie zu beruhigen.

Zuletzt hatte Avaloq einige Rückschläge hinnehmen müssen. So ist mit der Übernahme der Tessiner BSI durch die EFG International ein wichtiger Kunde verloren gegangen - die fusionierte EFG International wird künftig ein System der Konkurrentin Temenos einsetzen. Zudem hat offenbar die Frankfurter BHF Bank, die zur französischen Finanzgruppe Oddo gehört, die Einführung eines Avaloq-Kernbankensystems nach Pannen und Verzögerungen gestoppt. In Medien wurde zudem berichtet, dass Avaloq Gespräche mit Private-Equity-Häusern über eine Finanzspritze führe.

"Regelrechte Medienkampagne"

Fernandez spricht gegenüber der "Bilanz" dagegen von einer "regelrechten Medienkampagne" gegen sein Unternehmen. Er verweist dabei auf den Neukunden Edmond de Rothschild sowie auf die laufenden Einführung der Avaloq-Software bei der Raiffeisen Gruppe. Der Umstieg bei Raiffeisen auf die Avaloq-Software ist für das kommende Jahr geplant. Raiffeisen ist mit 10% an Avaloq beteiligt.

Avaloq hat in der laufenden Woche den Ausbau der Niederlassungen in Zürich und Bioggio angekündigt. In Zürich will das Unternehmen auf dem neuen "Avaloq Campus" bis 2019 rund 1'100 Arbeitsplätze bieten gegenüber heute rund 700. In Bioggio wird der Standort des Schweizer Business Process Outsourcing (BPO) Centres, Avaloq Sourcing, erweitert und soll mehr als 300 Arbeitsplätze weitere Arbeitsplätze bieten

(AWP)