Backwaren - Aryzta schreibt nach Abschreiber tiefrote Zahlen

Der Backwaren-Konzern Aryzta hat im vergangenen Geschäftsjahr weniger Umsatz erzielt und beim operativen Gewinn einen veritablen Einbruch erlitten.
25.09.2017 07:48
Ein Bäcker von macht für Aryzta Brote.
Ein Bäcker von macht für Aryzta Brote.
Bild: ZVG

Ausserdem nimmt die angeschlagene Gesellschaft für das Geschäftsjahr, das Ende Juli endete, einen hohen Abschreiber vor, weshalb unter dem Strich ein Verlust ausgewiesen wird. Das Management will den Fokus weiterhin auf Cash-Generierung legen und hat ausserdem eine Refinanzierung für die Schuldenlast abgeschlossen.

Der Umsatz in der Konzernwährung Euro ging im Gesamtjahr um 2,1 Prozent auf 3,80 Mrd EUR zurück, wie das irisch-schweizerische Unternehmen am Montag mitteilt. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA nahm sogar um 31 Prozent auf 420 Mio EUR ab, und die entsprechende Marge verschlechterte sich um 460 Basispunkte auf 11,1 Prozent. Der "bereinigte Reingewinn" ging derweil um 43 Prozent auf 179,0 Mio EUR zurück, der Gewinn pro Aktie (voll verwässert) um 42 Prozent auf 201,6 Eurocent.

Ausserdem nimmt das Unternehmen einen nicht-cash-wirksamen Abschreiber in der Höhe von 860 Mio EUR vor, weshalb beim Reinergebnis ein Minus von 907,8 Mio resultiert. Die Aktionäre sollen gleichwohl in den Genuss einer Dividende von 0,3489 CHF je Aktie kommen, die in Aktien ausbezahlt werde.

Prognosen verfehlt

Mit den vorgelegten Zahlen hat Aryzta die Erwartungen der Analysten verfehlt. Dies hatten im Schnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 3,83 Mrd EUR und einen EPS von 226 Eurocent prognostiziert. Das neue Management um den neuen CEO Kevin Toland, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, bekennt sich nun zur Cash-Generierung. Das Ziel sei eine Summe von bis zu 1 Mrd EUR innert der nächsten vier Jahre - inklusive Devestitionen.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017/18 erwartet das Management zudem einen EBITDA im Rahmen des Vorjahres. Dies sei angesichts der internen und externen Herausforderungen die beste Schätzung, heisst es dazu. Wie Aryzta weiter mitteilt, habe man sich eine Finanzierungsrunde über 1,8 Mrd EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahre gesichert. Mit dieser würden die im Vorjahr eingegangenen Verbindlichkeiten abgelöst. Über die Konditionen werden in der Mitteilung zunächst keine Angaben gemacht.

(AWP)