Backwarenhersteller - Aryzta pocht auf Kapitalerhöhung

Aryzta bleibt dabei: Die Aktionäre sollen am 1. November an der Generalversammlung über eine Kapitalerhöhung über 800 Millionen Euro befinden.
17.10.2018 06:54
Kevin Toland will als CEO des Problemkonzerns Aryzta das Steuer herumreissen.
Kevin Toland will als CEO des Problemkonzerns Aryzta das Steuer herumreissen.
Bild: cash

Der Backwarenhersteller erteilt damit seinem Grossaktionär Cobas Asset Management eine Abfuhr. Cobas hatte auf eine halb so grosse Kapitalerhöhung über lediglich 400 Millionen Euro gedrängt und zusätzliche alternative Finanzierungsmodelle vorgeschlagen. Dazu zählte ein Verkauf von Firmenteilen und die Aufnahme von Fremdmitteln.

Unter Berücksichtigung aller Alternativen ist eine Kapitalerhöhung in der geplanten Höhe der einzig gangbare Weg, um das Unternehmen zu entschulden und einen Turnarounds zu bewerkstelligen, hält Aryzta am Dienstagabend in einer Stellungnahme fest. Sie sei im besten Interesse aller Beteiligten.

Vorschläge sich «unzureichend»

Die von den Spaniern eingereichten Vorschläge seien "unzureichend". Sie würden überdies ein erhebliches Ausführungsrisiko für die Aktionäre darstellen. So sei insbesondere die von Cobas vorgeschlagene Kapitalerhöhung über 400 Millionen Euro nicht gezeichnet. Aryzta hat dagegen für ihren doppelt so hohen Betrag mit verschiedenen Banken eine Underwriting-Vereinbarung vereinbart.

Es gebe somit keine Garantie, dass es möglich sein wird, unter den Bedingungen von Cobas einen Betrag von 400 Millionen Euro zusammenzubringen. Die von Aryzta geplante Transaktion habe damit eine viel höhere Chance, einen erfolgreichen Turnaround auf den Weg zu bringen.

Bedingung ist aber, dass die Aktionäre von Aryzta am 1. November dem Vorhaben zustimmen. Sollten die Aktionäre aber gegen die Kapitalerhöhung stimmen, will Cobas eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Die Spanier halten gemäss der letzten Meldung 14,5 Prozent an Aryzta.

Zuletzt ist der Widerstand der Aktionäre gegen Aryzta gewachsen. Am Dienstag hatte auch der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS die geplante Erhöhung des Aktienkapitals abgelehnt.

Hoher Schuldenberg

Aryzta hatte jahrelang einen scharfen Wachstumskurs gesteuert. Mit einer Reihe von Zukäufen wollte die Firma das angestammte Geschäft der Herstellung von tiefgekühlten Backwaren für Firmen wie McDonald's erweitern und ins Einzelhandelsgeschäft einsteigen. Doch die Strategie schlug fehl, Aryzta hinkte den Wachstumsraten des Marktes zunehmend hinterher und häufte Schulden an, die sich inzwischen auf netto 1,5 Milliarden Euro belaufen.

(AWP)