Backwarenkonzern - Aryzta erneut mit Verlust - Aktie mit Kurssprung

Der hoch verschuldeten Backwarenhersteller Aryzta hat im Geschäftsjahr 2017/18 erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Derweil legt der Aktienkurs um einen Drittel zu.
01.10.2018 11:03
Ein Bäcker macht Brote für Aryzta.
Ein Bäcker macht Brote für Aryzta.
Bild: ZVG

Wertberichtigungen, Restrukturierungskosten und Verluste aus dem Verkauf von Teilbereichen führten unter dem Strich zu einem Fehlbetrag von 470 (Vorjahresverlust 906) Millionen Euro, wie die irisch-schweizerische Firma am Montag mitteilte. Doch im laufenden Geschäftsjahr sollen die von Konzernchef Kevin Toland eingeleiteten Sanierungsmassen Früchte tragen. "Wir haben das Unternehmen stabilisiert und sind jetzt daran, die Bilanz in Ordnung zu bringen", erklärte er.

Im laufenden Jahr will Aryzta das operative Ergebnis (Ebitda) organisch um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz steigern. Mittelfristig peilt das Unternehmen eine Marge von zwölf bis 14 Prozent an. 2017/18 belief sich die bereinigte Ebitda-Marge auf 8,8 Prozent. Gemäss ZKB-Analyst Patrik Schwendimann liegt die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr über den Markterwartungen.

An der Börse schossen die Aryzta-Aktien um ein Drittel hoch auf 12,40 Franken. Das Unternehmen hat dieses Jahr bislang allerdings drei Viertel an Wert verloren.

Was wollen die Grossaktionäre?

Aryzta hatte jahrelang einen scharfen Wachstumskurs gesteuert. Mit einer Reihe von Zukäufen wollte die Firma das angestammte Geschäft der Herstellung von tiefgekühlten Backwaren für Firmen wie McDonald's erweitern und in den Einzelhandel einsteigen. Doch die Strategie schlug fehl, Aryzta hinkte den Wachstumsraten des Marktes zunehmen hinterher und häufte Schulden an.

Mit dem Rückzug aus dem Einzelhandel, Bereichsverkäufen und einen Kostensenkungsprogramm gab der seit Mitte September 2017 amtierende Toland Gegensteuer. Noch auf dem Programm steht der Verkauf der Beteiligung an der französischen Tiefkühlkostfirma Picard. "Picard ist ein grossartiges Geschäft, aber wird sind einfach kein grossartiger Eigner dieses Geschäfts", sagte Toland.

Das noch gewichtigere Vorhaben ist die Kapitalerhöhung im Volumen von 800 Millionen Euro. Mit dem Geld soll vor allem die Nettoverschuldung von gegenwärtig rund 1,5 Milliarden Euro abgebaut werden. Gegen die Transaktion hat der aktivistische Investor Larius Capital Opposition angemeldet. Der Anteil von Larius liegt jedoch unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent. Unklar ist, wie sich Grossaktionäre wie Cobas Asset Management zu dem Vorschlag stellen.

Auf einer Generalversammlung am 1. November können die Aktionäre über die Kapitalerhöhung abstimmen. Die mit der Transaktion betrauten Institute Bank of America Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse, JP Morgan und HSBC haben eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Experten gehen davon aus, dass die neuen Aktien mit einem kräftigen Abschlag zum aktuellen Börsenkurs platziert werden.

(Reuters)

 
Aktuell+/-%
ARYZTA N0.780-3.58%
EUR/CHF1.0973-0.42%
McDonald's Rg206.14-2.28%
UBS Group N14.100-2.62%
CS Group N13.125-1.69%
JPMorgan Chase Rg147.17-2.65%
Bank of America Rg34.71-3.40%
HSBC Hldg Rg4.262-2.06%