Bâloise erfüllt Dividendenerwartungen nicht

Der Jahresgewinn von Bâloise fällt weniger stark als erwartet. Dennoch bleibt die von Analysten erhoffte Dividendenerhöhung aus. Folglich wird der Aktienkurs von Gewinnmitnahmen heimgesucht.
22.03.2016 09:56
Von Lorenz Burkhalter
Bâloise-Chef Gert De Winter erfüllt die Dividendenhoffnungen der Analysten nicht.
Bâloise-Chef Gert De Winter erfüllt die Dividendenhoffnungen der Analysten nicht.
Bild: ZVG

Der Versicherungskonzern Bâloise hat im vergangenen Jahr einen prozentual zweistelligen Gewinnrückgang erlitten. Überraschend kommt das nicht, blähten Bereichsverkäufe das Ergebnis im Vorjahr doch künstlich auf.

Das Unternehmen übertrifft beim Reingewinn die Analystenerwartungen klar. Nur die Combined Ratio liegt mit 93,3 Prozent über den erwarteten 92,5 Prozent: Je höher diese Kennzahl ausfällt, desto schlechter für den Versicherer, denn die Combined Ratio misst den Aufwand für Schadenbelastungen und Verwaltungskosten an den eingenommenen Prämien im Sachgeschäft.

Nicht sonderlich gut kommt indessen die Jahresdividende von 5 Franken je Aktie an. Aufgrund der soliden Eigenkapitalbasis hatten Experten im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung mit einer Erhöhung der Ausschüttung um 5 Prozent auf 5,25 Franken pro Stück gerechnet. Beobachter sehen darin die Handschrift des seit Anfang Januar amtierenden neuen Bâloise-Chefs Gert De Winter.

Dem Dividendenaspekt räumen die Anleger jedoch nur bedingt ein Gewicht ein. Nur so lässt sich erklären, weshalb die Bâloise-Aktie an der Schweizer Börse SIX in einem schwachen Gesamtmarkt mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 130,50 Franken glimpflich davonkommen.

Starker Gewinnbeitrag aus dem Leben-Geschäft

Wie einem Kommentar aus dem Hause Vontobel entnommen werden kann, wird die Gewinnentwicklung den Erwartungen unter Ausklammerung einmaliger Erträge nur knapp gerecht. Im Nicht-Leben-Geschäft sei das Combined Ratio etwas höher ausgefallen, obschon jenes im Heimmarkt überraschend tief geblieben sei, so schreibt der Verfasser.

Positiv beurteilt er hingegen den Gewinnbeitrag aus dem Leben-Geschäft sowie die starke Eigenkapitalbasis. Gerade letztere hätte eine höhere Jahresdividende ermöglichen können. Der Analyst zeigt sich deshalb leicht enttäuscht, dass die Ausschüttung nicht auf die von ihm erwarteten 5,25 Franken je Aktie erhöht wurde. Er stuft die Bâloise-Aktie wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 128 Franken ein.

Dividendenpolitik enttäuscht

Sein Kollege von der Zürcher Kantonalbank bezeichnet den Jahresabschluss hingegen als gut. Neben dem soliden Leben-Geschäft habe der Versicherungskonzern auch von einem guten Nicht-Leben-Geschäft sowie von einem ansehnlichen Anlageerfolg profitiert, so schreibt er. Dass derzeit keine neuen Ziele angegeben werden, enttäuscht den Analysten jedoch etwas. Aufgrund des eher hohen Verhältnisses vom Aktienkurs zum Buchwert hält er an der Anlageempfehlung "Marktgewichten" fest.

Händlern zufolge errechnet sich auf Basis der in Aussicht gestellten Dividende von 5 Franken je Aktie eine Rendite von 3,8 Prozent. Damit zähle die Bâloise-Aktie an der Schweizer Börse zu den Versicherungswerten mit der tiefsten Dividendenrendite, so lautet der Tenor. Im gleichen Atemzug wird darauf hingewiesen, dass die Valoren von Swiss Re oder Zurich Insurance Group mit 4,8 und 7,3 Prozent derzeit deutlich besser rentieren.