Bank prophezeit Absturz des Euro

Ausgerechnet eine deutsche Grossbank sagt dem Euro über die kommenden Jahre einen deutlichen Rückschlag vorher. Ausserdem wartet sie mit einer aufsehenerregenden Prognose für den Franken auf.
13.10.2014 08:04
Von Lorenz Burkhalter
Darf man der Deutschen Bank Glauben schenken, dann steht dem Euro der grosse Kurszerfall erst noch bevor.

Erst vor gut einer Woche sorgte Morgan Stanley mit einer gewagten Prognose für den Euro für Schlagzeilen. Die amerikanische Grossbank schrieb damals, dass sie die Einheitswährung bis in 12 Monaten auf 1,14 Dollar fallen sieht. Das entspräche noch einmal einem Rückschlag um gut 10 Prozent. Und das obschon der Euro gegenüber dem Greenback alleine seit Jahresbeginn bereits 8 Prozent eingebüsst hat.

Nun legt mit Deutsche Bank ausgerechnet ein grosses deutsches Institut nach. In einem Kommentar prophezeien die verantwortlichen Währungsstrategen der Einheitswährung einen regelrechten Absturz vorher. Sie sehen den Euro bis Ende 2016 auf 1,05 Dollar und im Jahr darauf sogar auf 0,95 Dollar und damit unter die Parität fallen.

Euroschwäche spricht aus Schweizer Sicht für Dollarstärke

Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und ihrer Zins- und Geldpolitik von jener Europas, rechnen die Verfasser des Kommentars mit einem gegenüber dem Franken festen Dollar. Bis Ende 2016 werde der Greenback auf 1,24 Franken klettern, so lautet ihre Prognose. Noch gewagter klingt die Prognose, dass die Experten den Dollar im Laufe des Jahres 2017 bis auf 1,42 Franken klettern sehen. Das entspräche aus heutiger Sicht einem Plus von nahezu 50 Prozent.

Für Europa finden die Währungsstrategen keine guten Worte. Der Wirtschaft sagen sie noch auf Jahre hinaus eine Stagnation vorher. Nicht zuletzt der hohen Arbeitslosigkeit wegen bleibe die Binnennachfrage schwach. In der Folge sei selbst am langen Ende mit anhaltend tiefen Zinsen zu rechnen.

Gleichzeitig neige der Dollar dazu, nach Bretton Woods Treffen seinen fairen Wert gegenüber den gängigsten Währungen auf die eine oder andere Seite zu überschiessen. Die Experten stützen sich in ihren aufsehenerregenden Währungsprognosen denn auch auf genau diesen Umstand ab.