Bank von Japan verunsichert Asiens Anleger

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Mittwoch kräftig nachgegeben.
03.08.2016 08:30
Blick auf den Tokioter Bezirk Shinjuku mit den Vulkan Fuji-san im Hintergrund.
Blick auf den Tokioter Bezirk Shinjuku mit den Vulkan Fuji-san im Hintergrund.

Anleger zeigten sich enttäuscht, dass die Regierung am Vortag im Rahmen ihres Konjunkturpakets nicht mehr direkte Staatsausgaben beschlossen hatte, die das Wirtschaftswachstum sofort ankurbeln könnten. Für Verunsicherung sorgten zudem Gerüchte, die Bank von Japan (BoJ) könnte von ihrem massiven Anleihe-Aufkaufprogramm abrücken. Insbesondere an den Anleihemärkten gaben die Kurse nach. Auch der niedrige Ölpreis drückte auf die Stimmung. Ein Barrel (159 Liter) US-Öl war am Dienstag erstmals seit April mit einem Preis von weniger als 40 Dollar aus dem Handel gegangen.

In Tokio schloss der Nikkei-Index 1,9 Prozent schwächer bei 16.083 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,2 Prozent auf 1271 Zähler. Der zuletzt gestiegene Yen belastete Exportwerte. Die fielen die Papiere des Autobauer Nissan um drei Prozent. Der Kurs des Elektronikkonzerns Toshiba sank um 2,8 Prozent. Aber auch die Aktien von Finanzfirmen gerieten unter Druck.

Auch an anderen Fernost-Märkten gaben die Kurse nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 1,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong büßte 1,6 Prozent ein. An der Börse in Taiwan betrug das Minus 0,7 Prozent. Dagegen notierte die chinesische Börse in Shanghai nur wenig verändert.

Der Yen gab wieder etwas nach, ein Dollar kostete 101,01 Yen. Am Dienstag hatte er noch zugelegt, nachdem ein Treffen zwischen dem japanischen Finanzminister Taro Aso und Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda ohne Einigung auf konkrete Schritte zur Schwächung der Landeswährung zu Ende gegangen war.

Der Euro wurde etwas schwächer mit 1,1209 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9650 Franken je Dollar und 1,0818 Franken je Euro.

(Reuters)