Bankaktien belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag nach den Gewinnen der Vorwoche einen Marschhalt eingelegt und nachgegeben. Händler sprachen von einer Konsolidierung.
04.07.2016 17:30
Sulzer-Papiere waren am Montag gesucht.
Sulzer-Papiere waren am Montag gesucht.
Bild: ZVG

Nach den zuletzt kräftigen Gewinnen seien Anschlusskäufe ausgeblieben. Das Geschäft verlief zudem wegen des US-Unabhängigkeitsfeiertags sehr ruhig. "Wir vermissten die Impulse aus dem Ausland", sagte ein Händler.

Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 8057 Punkte. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex 4,4 Prozent gewonnen und damit die Brexit-Scharte wieder ausgewetzt.

Sulzer-Titel gesucht

Im Mittelpunkt stand Sulzer. Die Aktien des Anlagenbauers kletterten um 11,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang April. Sulzer kauft die deutsche Firma Geka und baut damit sein Geschäft mit Spritzguss-Kunststoffteilen aus. Der Unternehmenswert von Geka wird mit umgerechnet 282 Millionen Franken angegeben. Die Analysten der Credit Suisse und der Zürcher Kantonalbank beurteilten die Transaktion positiv. Der Kaufpreis sei moderat, erklärten die ZKB-Analysten.

Dagegen bremsten Kursverluste der Finanzwerte den Markt. Händler verwiesen auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Ausscheiden der Briten aus der EU, die rekordtiefen Zinsen und die Krise der italienischen Banken, die unter einer grossen Last an faulen Krediten ächzten..

"Finanzwerte sind wirklich nicht die Aktien, in die man momentan investiert sein müsste", sagte ein Händler. Der Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie des Vermögensverwalters Julius Bär büssten gegen 2 Prozent ein. Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam sagte dem "Sonntags-Blick", ein Verkauf der Bank stehe nicht zur Diskussion: "Die Gruppe bleibt zusammen. Eine Übernahme ist kein Thema."

Die Anteile des Vermögensverwalters EFG fielen mit minus 6,3 Prozent auf. Mitbewerber Vontobel verlor 4,2 Prozent an Wert.

Bei den mehrheitlich tiefer gehandelten Versicherungswerten verloren Swiss Re 1,1 Prozent. Zurich sackten um 1,3 Prozent ab.

Die zyklischen Werte stimmten im Verlauf mehrheitlich in den Abwärtstrend mit ein. Adecco führten die Verlierer mit minus 2 Prozent an. ABB, Geberit, LafargeHolcim und Richemont büssten um ein Prozent ein. Swatch und Clariant schwächten sich etwas ab.

Defensive Aktien besser

Leicht höher notierten Aktien eher defensiver Natur: Dazu zählten neben den Papieren des Lebensmittelkonzerns Nestle auch Syngenta.

Bei den Anteilen der Pharma-Schwergewichte waren Novartis um 0,3 Prozent höher, während die Genussscheine von Roche um 0,4 Prozent nachgaben. Novartis will einem Zeitungsbericht zufolge seine milliardenschweren Beteiligung am Wettbewerber Roche noch dieses Jahr verkaufen. Die Anteile sollten an institutionelle Investoren veräussert werden, berichtete die "SonntagsZeitung" ohne Angabe von Quellen.

(Reuters)