Bankaktien drücken Schweizer Börse in die Verlustzone

Negative Vorgaben aus den USA und Fernost haben am Dienstag an der Schweizer Börse zu einer schwächeren Eröffnung geführt. Stark unter Druck stehen die Aktien der Grossbanken.
02.08.2016 10:40
Am Dienstag nach dem Nationalfeiertag stehen die Ampeln für die Schweizer Börse auf Rot.
Am Dienstag nach dem Nationalfeiertag stehen die Ampeln für die Schweizer Börse auf Rot.
Bild: cash

Der SMI fällt bis 10.40 Uhr  um 1,1 Prozent auf 8039 Zähler. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex 0,8 Prozent verloren, am Montag war der Aktienmarkt wegen des Nationalfeiertags geschlossen.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen die Banken. Die Anteile der Credit Suisse und der UBS sacken um rund 6 Prozent ab. Händler sagen, sie holten damit die negative Reaktion der Bankaktien vom Montag nach. Die europäischen Geldhäuser hatten mit Einbussen auf die am Freitagabend veröffentlichten Resultat eines Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert.

"Das betrifft unsere Banken zwar nur am Rande. Aber die Marktteilnehmer machen sich dennoch ihre Gedanken", sagt ein Händler. Andere verweisen darauf, dass den beiden Grossbanken wegen noch ungelöster Rechtsfälle ungeahnte Kosten entstehen dürften. Die CS-Titel fallen zudem per 8. August zusammen mit denen der Deutschen Bank aus dem Stoxx 50 Europe heraus. "Das Marktsentiment ist Banken gegenüber momentan sehr negativ", sagt ein anderer Börsianer. Dazu dürften zuletzt auch die Probleme in Italiens Finanzsektor beigetragen haben.

Gefragt sind krisenresistente Titel

Etwas besser schlagen sich dagegen Aktien von Firmen, die als eher krisenresistent taxiert werden. Dazu zählt der Arzneimittelhersteller Novartis, der leicht im Plus steht. Die Anteile von Roche, Actelion, Givaudan und Syngenta sind eine Spur leichter.

Die Aktien zyklischer Firmen büssen auf breiter Front Terrain ein. Unter Druck stehen die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont mit einem Minus von 2,7 und 3,4 Prozent. Credit Suisse hat die Titel auf "Underperform" herabgestuft und das Kursziel gesenkt.

Die Anteile von Lafarge-Holcim sacken um 4,4 Prozent ab. Der Zementkonzerns hat eine Beteiligung von 55,93 Prozent an Sichuan Shuangma Cement für 507 Millionen Franken an Tianjin Circle verkauft.

Oerlikon nach Gewinneinbruch im Verkauf

Oerlikon verlieren 0,8 Prozent. Bei dem Anlagenbauer brach der Betriebsgewinn aus den fortgeführten Aktivitäten im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 55,6 Prozent auf 36 Millionen Franken ein. Umsatz und Bestellungen sanken um 16,3 beziehungsweise sieben Prozent. Oerlikon bekräftigte die Jahresprognose.

Die Aktien von Bâloise fallen um 1,3 Prozent und schlagen sich damit besser als die Anteile der Mitbewerber. Der Versicherer hat den im April 2015 begonnenen Aktienrückkauf beendet. Insgesamt wurden 2 Prozent der eigenen Titel zu durchschnittlich 113,83 Franken zurückgekauft und so 113,8 Millionen Franken an die Aktionäre zurückgezahlt.

Am breiten Markt stechen Kudelski mit einem Plus von 2,4 Prozent heraus. Der Verschlüsselungs-Spezialist und Apple haben einen Rechtsstreit beigelegt. Kudelski und der US-Technologiekonzern verständigten sich auf ein Lizenzabkommen. Details und finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt.

(Reuters)