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«Bankaktien fasse ich nicht an»

cash-Guru Alfred Herbert nennt den CS-CEO im Börsen-Talk einen «Schönredner» und sagt, weshalb Bankaktien kein Kauf seien. Weiter äussert er sich zu Nestlé und Roche.
25.07.2014 00:59
Von Frédéric Papp
cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk vom 25. Juli 2014.
Bild: cash

Licht und Schatten prägen das Bild der letzte Woche angelaufenen Halbjahresbilanzsaison. Während Actelion, Givaudan, Roche oder Julius Bär bessere Gewinnzahlen als erwartet präsentierten, enttäuschten ABB, Novartis, SGS oder Syngenta mehr oder minder.

Auch die Credit Suisse rutschte im zweiten Quartal aufgrund der Milliardenbusse im Mai tief in die roten Zahlen. Doch damit nicht genug: "Es drohen noch weitere Bussen, auch wenn Brady Dougan - dieser Schönredner - sagt, es sei alles vorbei", sagt cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk.

Untersucht werden derzeit folgende Rechtsfälle: Wechselkursmanipulationen, Libor-Zinsmanipulationen, illegale grenzüberschreitende Geschäfte, der Hochfrequenzhandel und neuerdings auch die Dark Pools. Gerade bei den Dark Pools waren die Schweizer Grossbanken gut im Geschäft - jetzt drohen auch hier Untersuchungen, Regulation und damit Umsatzschwund.

Einsamer Rufer in der Wüste

Entsprechend negativ fällt Herberts Urteil aus: "Bankaktien fasse ich nicht an", sagt er im Börsen-Talk und erneuert damit seine Skepsis gegenüber den Finanztiteln. Die Analystengemeinde hingegen empfiehlt sowohl UBS als auch die CS mehrheitlich zum Kauf. Herbert fühlt sich daher wie ein wenig wie ein "einsamer Rufer in der Wüste".

Fest steht: Hätten Anleger vor einem Jahr die beiden Grossbanken-Titel ins Depot gelegt, hätten sie Geld verloren. Die CS-Aktie steht nach einem Jahr 5 und der UBS-Valor sogar über 6 Prozent tiefer. Wie es der UBS im zweiten Quartal dieses Jahres gelaufen ist, wird sich am 29. Juli zeigen.

Nestlé: Gut, aber kein Strassenfeger

Besser fällt Herberts Urteil zu Konsumgütergiganten wie Nestlé aus. "Man muss dabei sein, auch wenn sie keine Strassenfeger sind, bei denen man von heute auf morgen reich wird." Nestlé wird am 7. August die Halbjahreszahlen präsentieren.

Bereits am Donnerstag legte Konkurrent Unilever die Quartalszahlen auf den Tisch. Der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern ist im zweiten Quartal hinter den Erwartungen des Marktes zurückgeblieben. Für Herbert zeigen die Zahlen von Unilever, dass sich die Branche in einem Umbruch befindet. Der Fokus richte sich auf rentablere Geschäfte, ein Prozess, der noch eine Weile andauern werde, so Herbert.

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Herbert zum Halbjahresergebnis von Roche. Zudem sagt er, warum der Swatch-Aktie der Sex abhandengekommen ist. Erfahren Sie weiter, weshalb Anleger hinsichtlich des aktuellen Börsenumfelds auf der Hut sein sollten.