Bankaktien führen an Schweizer Börse Erholung an

Positive Vorgaben aus den USA und aus Teilen Fernosts haben der Schweizer Börse am Montag zu festeren Kursen verholfen. Gesucht waren vor allem Aktien von Banken und zyklischen Werten.
03.10.2016 13:05
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

Auch Käufe zum Quartalsanfang trugen laut Händlern zur freundlichen Tendenz bei. Am Nachmittag könnten auch von Konjunkturzahlen aus den USA kursbewegende Impulse ausgehen. Veröffentlicht werden unter anderem der ISM Einkaufsmanagerindex und die Bauausgaben.

Der SMI stieg um 0,4 Prozent auf 8170 Punkte. Am Freitag war der Leitindex um 0,3 Prozent gefallen.

Die Hoffnung auf eine Einigung der Deutschen Bank mit den US-Behörden ermutigte die Anleger zu Käufen der arg gebeutelten Bankaktien. Sie profitierten von einem Medienbericht, wonach die Deutsche Bank möglicherweise eine deutlich geringere Strafe im Hypothekenstreit zahlen muss als befürchtet. Am Freitag hatte die Nachrichtenagentur AFP gemeldet, dass das Institut kurz vor einer Einigung mit dem Justizministerium auf eine Strafe von 5,4 Milliarden Dollar steht. Darauf legte die Aktie der Deutschen Bank kräftig zu.

Die Deutsche Bank und die US-Behörden kommen bei ihren Verhandlungen im Hypothekenstreit voran, berichtete des "Wall Street Journal" am Montag. Die Titel des Frankfurter Instituts wurden nicht gehandelt, weil die deutschen Börsen wegen des Nationalfeiertags geschlossen sind. Die Anteile der Schweizer Rivalen Credit Suisse und der UBS legten 1,4 und 0,9 Prozent zu. Die Papiere der Vermögensverwalter Vontobel, EFG International und GAM zogen gegen zwei Prozent an. Julius Bär waren dagegen kaum verändert.

Die Assekuranzwerte gewannen mehrheitlich Terrain. Einzig Swiss Re schwächten sich um 0,4 Prozent ab.

Bei den mehrheitlich höher bewerteten Anteilen zyklischer Firmen rückten ABB am Tag vor dem mit Spannung erwarteten Kapitalmarkttag um 0,8 Prozent vor. Der Elektrotechnikkonzern könnte dabei auf eine Konfrontation mit Grossaktionären zusteuern.

Die Titel der Sanitärtechnikfirma Geberit, des Pflanzenschutzherstellers Syngenta und des Personalvermittlers Adecco tendierten fester. Der Anstieg des Ölpreises auf 50 Dollar sorgte bei den Anteilen des Pumpenspezialisten Sulzer und des Kompressorenherstellers Burckhard für anziehende Kurse. Die Anteile des Zementkonzerns LafargeHolcim waren unverändert.

Schwächer notierten die Papiere der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch.

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche stimmten mit Unterstützung positiver Produktmeldungen in den freundlichen Trend mit ein.

Schwergewicht Nestlé leicht im Plus

Nestle, ein weiteres Schwergewicht, gewann 0,4 Prozent. Der Nahrungsmittelmulti hat wie im Frühling angekündigt mit R&R das Eiscreme-Gemeinschaftsunternehmen Froneri auf den Weg gebracht. Froneri soll einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro erzielen und in 22 Ländern tätig sein.

Mit einem Kursplus von 8,8 Prozent fielen Temenos auf. Dank eines neuen Auftrags einer grösseren europäischen Bank stieg die Aktie des Banksoftwareherstellers auf ein Rekordhoch.

Die Aktie der Accu Holding büsste 40 Prozent ihres Werts ein. Die auf industrielle Beteiligungen spezialisierte Firma ist nach dem Verkauf der Cieffe Gruppe wegen Wertberichtigungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Es fiel ein Verlust von 21,1 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2016 an. Nun soll das Geschäft restrukturiert werden. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

(Reuters)