Bankaktien geben Schweizer Börse einen positiven Dreh

Kursgewinne der Bankaktien geben am Freitag der Schweizer Börse leicht Auftrieb. Händler sagen, die Flut an Firmenergebnissen werde mehrheitlich positiv aufgenommen und sorge für eine gewisse Zuversicht bei den Anlegern.
29.07.2016 10:50
Der Zürcher Paradeplatz als Symbol für den Schweizer Finanzplatz: Die Bankaktien sind am Freitagmorgen an der Schweizer Börse gefragt.
Der Zürcher Paradeplatz als Symbol für den Schweizer Finanzplatz: Die Bankaktien sind am Freitagmorgen an der Schweizer Börse gefragt.
Bild: cash

Der SMI steigt bis 10.50 Uhr um 0,6 Prozent auf 8145 Zähler. Am Donnerstag war der Leitindex um 1,5 Prozent gefallen.

Für Impulse sorgen dürften Konjunkturdaten. In Europa und den USA werden Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal veröffentlicht. Das Konjunkturbarometer der KOF/ETH signalisiert stabile Konjunkturaussichten für die Schweiz. "Trotz des Abstimmungsresultates im Vereinigten Königreich und verschiedener anderer geopolitischer Risiken sind die Perspektiven für die Schweizer Wirtschaft somit unverändert stabil", erklären die Ökonomen der KOF. Das Barometer liege seit Februar über seinem historischen Mittelwert.

Ausserdem steht um 22 Uhr (MESZ) die Veröffentlichung der europaweiten Banken-Stresstests an.

Im Fokus der Anleger stehen UBS. Die Aktie legt 3,1 Prozent zu. Der weltgrösste Vermögensverwalter hat im zweiten Quartal angesichts geringerer Erträge im Kerngeschäft Private Banking und der Investmentbank weniger verdient. Der Nettogewinn schrumpfte auf 1,034 Milliarden Franken, übertraf damit aber die Analystenschätzungen. Die Bank will die Dividende zumindest auf dem Vorjahrsniveau von 60 Rappen halten.

CS-Aktie auf Erholungskurs

Die Anteile der Credit Suisse steigen um 1,8 Prozent und machten damit einen Teil des Vortagesverlusts von 5 Prozent wett. Credit Suisse hatte am Donnerstag den Quartalsbericht vorgelegt.

Auch die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär, GAM und EFG International verbuchen Kursgewinne, einzig Vontobel müssen etwas Federn lassen.

Bei den insgesamt freundlich tendierenden Versicherungen schwächen sich Swiss Re um 0,1 Prozent ab. Den Rückversicherer kamen Naturkatastrophen im zweiten Quartal teuer zu stehen. Der Gewinn sank im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 637 Millionen Dollar. Die ZKB wies darauf hin, dass Swiss Re operativ schlechter gearbeitet habe. Der Schaden-Kostensatz stieg auf 101,6 Prozent.

Bei den Schwergewichten legen die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé um 0,4 Prozent zu und der Pharmatitel Roche gewinnt ebenfalls 0,4 Prozent. Rivalin Novartis steigt um 0,2 Prozent. Am Vortag hatte Novartis wegen Spekulationen über einen teueren Zukauf Terrain eingebüsst.

Gutes Klima für Zykliker

Die Anteile zyklischer Firmen legen mehrheitlich zu. Sika steigen um 1,9 Prozent auf 4432 Franken. Damit verzeichnet der Titel des Bauchemiespezialisten ein Rekordhoch. Die vom französischen Rivalen Saint-Gobain bedrängte Sika hat im ersten Halbjahr 2016 einen Rekordgewinnverbucht.

Lafarge-Holcim steigen um 2,3 Prozent. Rivale Heidelberg hatte einen in überraschend hohen Quartalsgewinn vorgelegt. Lafarge-Holcim veröffentlicht kommende Woche den Zwischenbericht.

Unter Druck stehen die Anteile von Dufry mit einem Abschlag von 2,3 Prozent. Der Dutyfree-Shop-Betreibers hat einen Verlust von 75 Millionen Franken verbucht. Die Gesellschaft habe organisch einmal mehr nicht überzeugen können, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Aktien des Bauausstatters Zehnder sacken nach der Vorlage des Halbjahresberichts um 5,9 Prozent ab.

(Reuters)