Bankaktien können den SMI nicht retten

Die Schweizer Börse hat sich am Montag nach einem Auf und Ab in enger Bandbreite im späten Handel leicht schwächer gezeigt.
25.07.2016 17:45
Der Paradeplatz in Zürich - Sinnbild für den Schweizer Bankenplatz.
Der Paradeplatz in Zürich - Sinnbild für den Schweizer Bankenplatz.
Bild: cash

Bis zum Handelsschluss kommte der SMI bei 8194 Punkten praktisch auf dem Niveau von Ende Woche zu stehen. Anfangs hatte der Leitindex angezogen und war vorübergehend bis auf 8236 Zähler geklettert. Die Bilanzsaison strebe ihrem Höhepunkt zu, am Mittwoch stehe die Zinsentscheidung der US-Notenbank an und am Freitag die Ergebnisses des Bankenstresstests in Europa. Da wollten sich die Anleger nicht aus dem Fenster lehnen, sagen Händler.

Auch habe der SMI wieder das obere Ende der von 7700 bis 8250 Punkte reichenden Handelsspanne erreicht. "Da wird die Luft jeweils dünner und die Anleger schleichen ab", sagt ein Börsianer. Der Markt könne allerdings auch nach oben ausbrechen, falls die zahlreichen Firmenbilanzen aus dem In- und Ausland für frischen Wind sorgten.

Gefragt waren Bankaktien, die Händlern zufolge nach den jüngsten Abschlägen zu einer Erholung ansetzen. Die Stimmungsaufhellung im Banksektor war vor allem dem besser als erwarteten Halbjahresergebnis der Bank Julius Bär geschuldet, deren Aktien 2,9 Prozent hochschnellen. Mit Hilfe neuer Kundenberater will der Vermögensverwalter das Wachstum wieder auf Touren bringen. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn um 4,7 Prozent auf 402 Millionen Franken und übertraf damit die von Analysten prognostizierten 346 Millionen Franken. Händler sagten, das Ergebnis sei dank Sonderposten besser als erwartet ausgefallen. "So mancher Marktteilnehmer, der auf eine Enttäuschung gewettet hatte, dürfte auf dem falschen Fuss erwischt worden sein", sagt ein Börsianer. Das löste Deckungskäufe aus.

Hoffen auf gute Ergebnisse der Grossbanken

Im Sog von Bär steigen auch die Aktien der Credit Suisse und UBS um 1,1 und 1 Prozent. "Die Käufer hoffen ebenfalls auf gute Ergebnisse", sagt ein Börsianer. Die beiden Grossbanken legen ihre Quartalsabschlüsse am Donnerstag und Freitag vor. Zudem veröffentlichen die Privatbanken Vontobel und EFG International am Dienstag und Mittwoch Zahlen.

Die Versicherungswerte sind bei kleinen Kursausschlägen uneinheitlich. Die Aktien von Zurich sinken um 0,3 Prozent, während die von Swiss Life um 0,2 Prozent höher gehandelt wurden. Die Anteile des Rückversicherers Swiss Re, dessen Ergebnis am Freitag erwartet wird, büssen 0,1 Prozent ein.

Bei den als krisensicher geltenden Index-Schwergewichten verlieren die Pharmawerte Novartis und Roche 0,2 und 0,4 Prozent. Actelion steigen um 0,4 Prozent und notieren mit 172,20 Franken leicht unter dem Jahreshoch.

Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé gaben anfängliche Gewinne wieder preis und notieren gehalten leicht unter dem in der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch.

Uneinheitliche Zykliker

Kein klarer Trend ergab sich bei den Anteilen zyklischer Firmen. Lafarge-Holcim steigen um 0,6 Prozent. Der Zementkonzern verkauft seine Beteiligung an Holcim Lanka mit einem Wert von 400 Millionen Dollar an die thailändische Siam City Cement.

ABB büssen leicht Terrain ein. Nach Adecco Geberit und Clariant dagegen griffen die Anleger. Swatch können ganz leicht zulegen. Die Anteile des Uhrenkonzerns seien dabei Boden zu bilden nach dem Kurseinbruch im Anschluss an das Halbjahresergebnis in der vergangenen Woche.

Am breiten Markt stechen die Titel von Wisekey mit einem Kursplus von 10,6 Prozent heraus. Die auf Cybersicherheit spezialisierte Firma will mit Openlimit via Aktientausch fusionieren. Die Aktien von Tornos sinken nach einer Gewinnwarnung um 2,4 Prozent. Die Anteile von Autoneum und Sulzer steigen am Tag vor der Halbjahresbilanz um 3,7 und 0,4 Prozent. Für Sulzer prognostizieren Analysten im Schnitt um 17,5 Prozent weniger Halbjahresgewinn.

(Reuters)