Bankaktien stützen die Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag nach einem starken Start an Schwung verloren, aber doch noch leicht fester geschlossen.
14.11.2016 18:00
Bankaktien sind zurzeit der Renner an den Aktienmärkten (im Bild der Hauptsitz der UBS am Zürcher Paradeplatz).
Bankaktien sind zurzeit der Renner an den Aktienmärkten (im Bild der Hauptsitz der UBS am Zürcher Paradeplatz).
Bild: cash

Gewinnmitnahmen bei den stark gestiegenen Pharmawerten belasteten den Markt. Allerdings hielten die kräftigen Kursgewinne der Bankaktien den Leitindex SMI, der kurzzeitig bis auf 7976 Zähler gestiegen war, im Plus. Die Stimmung hat sich Händlern zufolge deutlich aufgehellt. "Die Anleger sind bereit, grössere Risiken einzugehen", sagt ein Börsianer.

Der SMI schliesst um 0,2 Prozent höher mit 7897 Punkten. Dank der Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom unter dem designierten US-Präsidenten Donald Trump hatte das Börsenbarometer in der Vorwoche 3,8 Prozent gewonnen. Impulse für die weitere Entwicklung erhoffen sich die Marktteilnehmer unter anderem vom Auftritt zweier US-Notenbanker am Abend. Davon versprechen sie sich Hinweise auf das Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen.

Ein erfolgreiches Börsendebüt legten die KTM-Aktien hin. Der Titel des österreichischen Motorradherstellers startete mit 4,90 Franken und notiert zuletzt um 11 Prozent höher bei 5,20 Franken. Zürich soll neu der Haupthandelsplatz für die Titel sein.

Hype um Bankaktien

Die Anteile der Banken bauten ihre Gewinne aus der Vorwoche aus. Credit Suisse schnellen 5,9 Prozent auf 14,65 Franken hoch. Merrill Lynch das Rating für die Grossbank auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft. Das Kursziel beträgt 16 Franken. Die Anteile von UBS legen 5,5 Prozent zu und Julius Bär rücken 3 Prozent vor. Für Schub im Banksektor sorgten Händlern zufolge die Fusionsfantasie um die italienische Unicredit und die französische SocGen. "Das gab dem ganzen Sektor Auftrieb", sagt ein Händler. Der europäische Bankaktienindex steigt um 2,2 Prozent.

Die Aktien der Versicherer tendieren ebenfalls fester, können aber nicht mit den Bankaktien mithalten.

Die schwergewichtigen Pharmawerte, die den Markt zunächst mit Kursgewinnen unterstützt hatten, rutschten in die Verlustzone. Novartis sinken um 0,5 Prozent und Roche verlieren 0,4 Prozent. Novartis hat positive Nachrichten über Medikamente gegen Leukämie und eine seltene Hautkrankheit veröffentlicht. Roche hat positive Daten zu Actemra vorgelegt.

Sonova nach Zahlen gesucht

Die Papiere von Sonova steigen um 1,1 Prozent. Finanzierungskosten für die Übernahme der Handelsfirma Audionova haben dem Hörgerätehersteller im ersten Geschäftshalbjahr einen Gewinnrückgang um 3,4 Prozent auf 152,1 Millionen Franken eingebrockt. "Leicht unter den Erwartungen, dafür eine leicht höhere Prognose", sagte ein Händler.

Zu Abgaben kam es bei Anteilen von Lebensmittelfirmen: Die Papiere von Nestlé fallen um 1 Prozent. Auch Barry Callebaut, Bell und Emmi verlieren zum Teil kräftig Terrain.

Die Aktien von Immobilienfirmen und -fonds büssen ebenfalls an Wert ein. "Die Anleger fürchten den negativen Einfluss steigender Zinsen auf den Immobilienmarkt", sagt ein Händler. In den vergangenen Wochen sind die Renditen am langen Ende kräftig gestiegen. Nahrungsmittel- und Immobilienwerte wurden in den vergangenen Monaten wegen der rekordtiefen Zinsen und ihrer hohen Dividendenrendite als Bond-Alternativen gekauft.

Einige Zykliker profitieren vom Trump-Effekt

Kursgewinne verbuchen zyklische Werte. "Die Anleger wetten auf Anteile von Firmen, die vom Trump-Effekt profitieren könnten", sagt ein Händler. ABB steigen um 0,5 Prozent und Lafarge-Holcim ziehen 2,1 Prozent an. Adecco legen 2,9 Prozent auf 61,70 Franken zu. Merrill Lynch hat das Kursziel für den Personalvermittler auf 68 von 65 Franken angehoben. Die Aktien von SGS verlieren 1,8 Prozent auf 1918 Franken. Jefferies hat den Titel des Prüfkonzerns auf "Underperform" von "Hold" zurückgestuft und das Kursziel auf 1650 Franken gesenkt.

Um 0,8 Prozent schwächer stehen Syngenta. Die Anleger brauchen starke Nerven im Zusammenhang mit der Übernahme durch Chem China. Im Reich der Mitte regt sich laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" Widerstand gegen den 43 Milliarden Dollar schweren Deal. Eine staatliche Kommission soll das Vorhaben prüfen, heisst es.

(Reuters/cash)