Bankaktien stützen Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch frühe Gewinne eingebüsst und knapp gehalten geschlossen.
27.07.2016 18:05
Am Mittwoch voll in Fahrt: Die Aktien der Privatban EFG International.
Am Mittwoch voll in Fahrt: Die Aktien der Privatban EFG International.
Bild: ZVG

Vor der Veröffentlichung der Zinsbeschlüsse der US-Notenbank am Abend und der Ergebnisse des Stresstests von Banken aus der Euro-Zone am Freitag ebbten die Anschlusskäufe ab, sagen Händler. Die Stimmung sei aber dank unerwartet starker Firmenabschlüsse gut.

Gesucht waren vor allem Aktien von zyklischen Firmen und Banken. Nach einem Tageshoch bei 8263 Zählern schloss der SMI schliesslich 0,1 Prozent unter dem Vorabend bei 8221 Punkten. Damit gelang es dem Leitindex nicht, aus dem seit längerem bestehenden und von 7700 bis 8250 Punkten reichenden Seitwärtskanal nach oben auszubrechen.

Die Fed gibt nach Handelsschluss in Europa die Zinsentscheidung bekannt. Eine Zinserhöhung gilt zwar als ausgeschlossen, Investoren erhoffen sich aber Hinweise auf den Zeitpunkt für einen solchen Schritt.

Gefragte Bank- und Versicherungstitel

Gefragt waren die Aktien von EFG International. Die Privatbank hat im ersten Halbjahr besser als erwartet abgeschnitten. Die Titel legt nicht zuletzt dank Deckungskäufen um über ein Drittel an Wert zu.

Die Anteilsscheine anderer Banken tendierten ebenfalls fester. Die Titel der Credit Suisse steigen am Tag vor dem Zwischenbericht um 0,6 Prozent. Die Aktien von Rivale UBS rücken 1,4 Prozent vor. UBS wird am Freitag über den Geschäftsverlauf informieren. "Nach den guten Ergebnissen der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel wetten manche Anleger darauf, dass auch die Grossbanken nicht enttäuschen", sagt ein Händler. Julius Bär gingen 0,1 Prozent fester aus dem Handel, Vontobel steigen 0,9 Prozent.

Die Versicherungsaktien waren ebenfalls gesucht. Die Anteile von Swiss Re rücken um 1,3 Prozent vor. Analysten gehen davon aus, dass der Rückversicherer am Freitag über einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal um 30 Prozent informieren dürfte. Zurich und Swiss Life gewinnen jeweils gut 1 Prozent.

Lafarge-Holcim legen deutlich zu

Auch bei baunahen Werten griffen die Anleger zu. Die Sanitärtechnikfirma Geberit legt 0,2 Prozent zu, der Zementriese Lafarge-Holcim gar 2 Prozent.

Die Anteile des Anlagenbauers Oerlikon gewinnen 1,8 Prozent. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB verlieren dagegen 0,2 Prozent. Ebenfalls Kursverluste verbuchte der Personalvermittler Adecco.

Ein besser als erwarteter Zwischenbericht des Weltmarktführers LVMH machte den Anlegern Appetit auf die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont. Richemont steigen um 3,7 Prozent und Swatch wurden um 2,7 Prozent höher bewertet.

Verschmähte Schwergewichte

Eher verschmäht wurden dagegen die als konjunkturresistent geltenden Pharmakonzerne Novartis und Roche. Das Biotechunternehmen Actelion notiert unverändert. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé und des Riechstoff- und Aromenfabrikanten Givaudan ermässigen sich um 0,6 und 1,5 Prozent.

Kräftige Kursgewinne gab es dagegen bei Titeln von einzelnen Technologiefirmen aus dem breiten Markt. "Apple hat für gute Stimmung gesorgt", sagt ein Händler. Der iPhone-Hersteller verbuchte im zweiten Quartal zwar einen Umsatz- und Gewinneinbruch, übertraf die Analystenerwartungen aber dennoch. Die Aktien des Apple-Zulieferers AMS ziehen um 3,7 Prozent an. Der Chip- und Sensorhersteller erhielt zusätzlich Rückwind durch eine Kaufempfehlung des Brokers Kepler Cheuvreux.

Die Aktien des Werkzeugmaschinenherstellers Starrag stechen dank einer unerwarteten Auftragsflut mit einem Plus von 7,8 Prozent heraus. Die Titel von Bucher steigen um 6,4 Prozent, obwohl der Hersteller von Spezialfahrzeugen im ersten Halbjahr weniger Umsatz und Gewinn einfuhr. "Die Aktie hatte bereits vor den Zahlen stark an Wert verloren", sagt ein Händler.

Kurszielerhöhungen durch Kepler Cheuvreux und Credit Suisse verhelfen den Anteilen von Autoneum zu einem Anstieg von 2,7 Prozent. Der Autoteilehersteller hatte am Dienstag mit seinem Ergebnis positiv überrascht.

(Reuters)