Bankaktien ziehen die Schweizer Börse nach oben

An der Schweizer Börse setzt sich am Donnerstag der Aufwärtstrend fort. Die Anleger erwarten von verschiedenen Zentralbanken weitere Konjunkturhilfen.
14.07.2016 10:35

Der SMI legt bis 10.30 Uhr um 0,4 Prozent auf 8171 Punkte zu. Am Mittwoch hatte er nach vier Tagen steigender Kurse praktisch unverändert geschlossen. Gesucht sind vor allem Aktien von Banken und zyklischen Firmen.

Händler hoffen, dass die Bank of England (BoE) die Zinsen senkt, um die wirtschaftlichen Folgen eines Brexit abzufedern. Auch von den Zentralbanken Japans und der Euro-Zone werden weitere Konjunkturhilfen erwartet. In den USA dürften die Zinsen kaum erhöht werden. Gemäss dem Konjunkturbericht der US-Notenbank, dem "Beige Book", bleibt der Preisdruck in den USA trotz eines anziehenden Wachstums gering. Es gebe kaum Anzeichen dafür, dass die Inflation bald zulegen könnte, heisst es. "Damit ist eine schnelle Zinserhöhung wohl vorläufig wieder vom Tisch", sagt ein Händler.

Weitere Impulse für den Gesamtmarkt im Allgemeinen und den Finanzsektor im Speziellen erhoffen sich die Marktteilnehmer von den am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden Firmenbilanzen. Als erstes Börsenschwergewicht wird die Grossbank J.P. Morgan die Zahlen vorlegen. Am Freitag folgen die Konkurrentinnen Wells Fargo und Citigroup.

Gefragte Grossbankaktien

Die Aktien von UBS legen 1 Prozent zu und diejenigen der Rivalin Credit Suisse rücken um 0,8 Prozent vor. Die Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel steigen um 0,7 Prozent. Der europäische Bankaktienindex gewinnt unter Führung der italienischen Institute 2 Prozent.

Gefragt sind auch Aktien des Zementkonzerns Lafarge-Holcim und des Luxusgüterherstellers Richemont mit 0,4 und 1,5 Prozent Plus. Der Anteil des Uhrenproduzenten Swatch rückt um 0,2 Prozent vor.

Der Elektrotechnikkonzern ABB gewinnt 1,1 Prozent und die Aktien der Personaldienstleister Adecco, die nach dem Brexit-Votunm stark gefallen waren, setzen die Erholung fort.

Defensive leicht abgeschlagen

Etwas hinter dem Markt hinterher hinken die Papiere der als krisenresistent geltenden Pharmakonzerne Roche, Novartis und Actelion. Mit den Papieren der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan neigen zwei weitere Firmen mit einem als eher defensiv beurteilten Geschäftsmodell leicht zur Schwäche.

Uneinheitlich zeigten sich die Assekuranztitel. Swiss Re ermässigen sich um 0,3 Prozent und Zurich gewinnen 0,3 Prozent an Wert.

Die Aktien von Santhera brechen um 36 Prozent auf 53,60 Franken ein. Die FDA lehnte das Vorhaben der Pharmafirma ab, einen Zulassungsantrag für Raxone zur Behandlung von Patienten mit rasch fortschreitendem Muskelschwund einzureichen. Händler sprechen von einem schweren Rückschlag für Santhera.

(Reuters)