Bankangestellte sehen Digitalisierung als Chance

Für Zürcher Bankangestellten ist der digitale Wandel in der Finanzbranche keine Bedrohung. Sie sehen die neuen Technologien eher als Chance.
30.06.2016 09:10
Die Digitalisierung als Chance: Blick in die Büros der Bank Vontobel.
Die Digitalisierung als Chance: Blick in die Büros der Bank Vontobel.
Bild: Twitter/Vontobel

Das kommt aus einer Umfrage des Zürcher Bankenverbands (ZBV) in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Finanzportal finews.ch hervor. Die Gefahr eines Arbeitsplatzverlusts wegen Robo-Advisors und Fintech-Lösungen wird als gering eingeschätzt. Grössere Bedenken haben sie bezüglich der zunehmenden Regulierung, den hohen Löhnen sowie des Standort-Marketing des Finanzplatzes.

Den technologischen Fortschritt in der Branche als Chance sehen laut einer Umfrage 43% von insgesamt 753 befragten Zürcher Bankangestellten, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung des Zürcher Bankenverbands (ZBV) und des Schweizer Finanzportal finews.ch vom Donnerstag. Die Untersuchung stellte die Frage in den Vordergrund, ob die Angestellten die Digitalisierung als Gefahr für ihre Arbeitsplatzsicherheit wahrnehmen. Über drei Viertel der Befragten (76%) geben an, keine Angst zu haben im Laufe des nächsten Jahres ihren Job zu verlieren.

"Überraschend positive Einschätzung"

Damit zeige sich "eine überraschend positive Einschätzung der aktuellen Situation," heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. In Bezug auf zukünftige Geschäftsfelder sehen die Bankangestellten das grösste Wachstumspotenzial mit Abstand im Kerngeschäft Private Banking (23,5%), aber auch im Fintech-Bereich (23,4%).

Bedrohungspotenzial für den Finanzplatz orten die Bankmitarbeiter dagegen in der zunehmenden Regulierung (29,5%), im geplanten automatischen Informationsaustausch (14,8%) und in den allgemeinen Rahmenbedingungen (14,1%). Als "Empfehlung aufzufassen" sei die Forderung des Bankpersonals an die diversen Entscheidungsträger "mehr Augenmass bei den Löhnen und Boni" zu beweisen.

Fast die Hälfte (47,9%) der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass sich der hiesige Finanzplatz bezüglich Fachwissen und Berufsbildung deutlich von anderen Finanzzentren abhebe. Ebenfalls würden noch 36,3% der Umfrageteilnehmer wieder ins klassische Banking einsteigen, wenn man sie vor die Wahl stellte, während 28,8% unentschieden sind, und 34,9% eher davon abraten würden. Sogar die Konsolidierung in der Branche betrachten mehr Bankleute als Chance (11,3%) und nicht als Gefahr (8,6%).

(AWP)