Banken beflügeln Schweizer Börse zum Jahresstart

Die Schweizer Börse ist mit deutlichen Kursgewinnen ins neue Handelsjahr gestartet.
03.01.2017 17:30
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Aktien der Banken waren am Dienstag gesucht.
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Aktien der Banken waren am Dienstag gesucht.
Bild: cash

Für Zuversicht sorgten gute Konjunkturdaten aus Asien und Kaufempfehlungen für zuletzt verschmähte Finanzwerte. Der SMI zog am Dienstag 1,1 Prozent auf 8314 Punkte an. Noch deutlichere Zugewinne in Richtung der Höchststände von vergangenem Herbst bei 8350 Punkten verhinderten Verluste beim Index-Schwergewicht Nestle. "Die Umsätze ziehen etwas an, aber man spürt, dass einige Marktteilnehmer noch in den Ferien sind", sagte ein Händler.

Der Schweizer Leitindex holte mit dem freundlichen Start einen Teil der Gewinne nach, die andere europäische Börsenbarometer bereits am Vortag verbucht hatten, als die Schweizer Börse feiertagsbedingt noch geschlossen war. Zudem hätten die Anleger die jüngsten Konjunkturdaten aus China positiv aufgenommen, sagten Händler. Dort stieg die Industrieproduktion im Dezember auf den höchsten Stand seit Januar 2013. Höhere Preise für Rohstoffe wie Öl und Metalle werteten Experten darüber hinaus als Hinweis auf eine anziehende Weltkonjunktur.

Gute Konjunkturdaten aus den USA

Für zusätzlichen Rückenwind sorgten gute Konjunkturdaten aus den USA: Die dortige Industrie hat im Dezember deutlich an Tempo gewonnen und ist so stark gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Im November hatten darüber hinaus die Bauausgaben in den USA überraschend stark zugelegt.

Das Vorjahr hatte der SMI bei 8220 Punkten beendet. Im Jahresvergleich summierte sich das Minus damit auf knapp sieben Prozent. Für 2017 zeigten sich die Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) moderat optimistisch: Die Wachstumsaussichten für die USA, Europa und Japan hätten sich zuletzt aufgehellt. Die höhere Konjunkturdynamik spreche für steigende Unternehmensgewinne. Allerdings hätten die Bewertungen schon einiges Positives vorweggenommen. Für den breiten SPI, der 2016 gut ein Prozent verloren hatte, rechnet die ZKB im laufenden Jahr mit einen Plus von knapp acht Prozent.

Zu den Favoriten der Anleger am ersten Handelstag zählten Finanzwerte. Allen SMI-Werten voran legte die Aktie der Credit Suisse 6,4 Prozent zu. Das Analysten der Bank of America-Merrill Lynch setzten das Papier auf ihre europäische Top-Empfehlungsliste für das erste Quartal: Die Bank könnte im Handel besser abschneiden als erwartet. Die Markterwartungen für das laufende Jahr seien daher zu pessimistisch, erklärten die Experten. Auch die Anteilsscheine der Vermögensverwalter UBS und Julius Bär legten 4,7 und 5,4 Prozent zu, EFG International waren 2,9 Prozent fester. Händler erklärten die Zugewinne auch mit einer Gegenreaktion zu den sinkenden Kursen zu Jahresende. "Ich habe das Gefühl, dass man hier die zurückgebliebenen Werte des Jahres 2016 kauft", sagte ein Börsianer.

Dazu zählen auch die Pharmawerte Novartis und Roche, die jeweils mehr als ein Prozent zulegten. Kurstreibende Nachrichten seien jedoch weiterhin Mangelware. "Firmenspezifisch ist diese Woche noch nichts zu erwarten, das wird nächste Woche wieder anfangen", sagte ein Händler.

Auch die Versicherer Swiss Life, Zurich und Swiss Re waren gefragt. Bei zyklischen Titeln griffen die Anleger ebenfalls zu. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB machten 1,2 Prozent gut. Der Personaldienstleister Adecco verteuerte sich um 1,4 Prozent.

SGS legten mit einem Plus von 1,1 Prozent wenig stark zu als der Markt. Der Warenprüfkonzern hat das im Januar 2015 gestartete Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Insgesamt erwarben die Genfer eigene Titel im Wert von rund 458 Millionen Franken. Zudem übernimmt die Firma die marokkanische Laboratoire LCA, die mit 18 Mitarbeitern unter anderem auf Bodenproben spezialisiert ist.

Nur zwei der 20 Titel im SMI waren im Minus - allen voran der Nahrungsmittelkonzern Nestle mit einem Abschlag von 0,5 Prozent. Der Konzern wird seit Jahresbeginn von Ex-Fresenius-Lenker Ulf Mark Schneider geführt. Experten erwarten, dass der 51-jährige Deutsch-Amerikaner das Gesundheitsgeschäft ausbaut - auch über Zukäufe. Auch andere Lebensmittelwerte wie Barry Callebaut gehörten zu den Verlierern.

(Reuters)