Banken - Deutsche Bank übertrifft trotz Gewinneinbruchs Prognosen

Das Drittquartalsresultat der Deutschen Bank ist schwach, aber nicht so schwach wie angenommen.
24.10.2018 08:01
Gebäude der Deutschen Bank an der Berliner Charlottenstrasse.
Gebäude der Deutschen Bank an der Berliner Charlottenstrasse.
Bild: cash

Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal wegen schwacher Geschäfte und Kosten für den Konzernumbau deutlich weniger verdient. Der Gewinnrückgang fiel allerdings nicht so stark wie befürchtet aus. Der Überschuss sei um knapp zwei Drittel auf 229 Millionen Euro gesunken, teilte die Bank am Mittwoch in Frankfurt mit.

Analysten hatten mit einem noch schwächeren Ergebnis gerechnet. Grund dafür waren die niedriger als erwartet ausgefallenen Kosten für den Konzernumbau. Die Erträge sind nach Angaben der Bank um neun Prozent auf knapp 6,2 Milliarden Euro gefallen. Das operative Geschäft lief damit so schwach wie erwartet.

«Kosten im Griff»

Sewing sprach von einem “Meilenstein”. “Wir haben die Kosten im Griff und verfügen über das Kapital, um wieder wachsen zu können. Wir sind auf gutem Wege, das Gesamtjahr 2018 mit einem Gewinn abzuschliessen – zum ersten Mal seit 2014.”

Alle drei Teilsegmente der Bank hatten über den Sommer mit rückläufigen Erträgen zu kämpfen: Im traditionell für die Bank wichtigen Handel mit Anleihen brachen diese um 15 Prozent ein. Im Aktienhandel, den die Deutsche Bank ohnehin gerade massiv zurückfährt, ging es ebenfalls 15 Prozent nach unten. Hier hatten auch die grossen US-Konkurrenten zuletzt kräftig Federn lassen müssen. JP Morgan, Goldman Sachs & Co. hatten im dritten Quartal dennoch viele Milliarden Dollar verdient. Insgesamt gingen die Erträge im Investmentbanking um 13 Prozent auf drei Milliarden Euro zurück.

Im Privatkundengeschäft beliefen sich die Erträge nach der Integration der Postbank in den Gesamtkonzern auf 2,5 Milliarden Euro - ein Minus von drei Prozent. In der zuletzt von Mittelabflüssen bei der Fondstochter DWS und dem Abgang wichtiger Fondsmanager gebeutelten Vermögensverwaltung standen per Ende September Erträge in Höhe von 567 Millionen Euro zu Buche - ein Minus von zehn Prozent. Bereinigt um Sondereffekte wären die Erträge allerdings weitgehend stabil geblieben, betonte Sewing. Das verwaltete Vermögen stieg im Sommerquartal um zwei auf 694 Milliarden Euro, weil die Wertentwicklung und Wechselkurseffekte die Mittelabflüsse mehr als ausglichen.

Sewing will im Investmentbanking angreifen

Der Umbau der Unternehmens- und Investmentbank, der das grösste deutsche Geldhaus zuletzt Erträge gekostet habe, sei inzwischen weitgehend abgeschlossen, schrieb Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter seines Instituts. “Nun sind wir in einer Position, aus der wir wieder angreifen können.” Die Auftragsbücher, etwa im Finanzierungsgeschäft oder bei der Beratung von Unternehmen bei Börsengängen seien “weiterhin gut gefüllt.”

Die Bank konnte im Beratungs- und Emissionsgeschäft im dritten Quartal eine Reihe von Erfolgen erzielen: Sie hatte gemessen an den Gebühreneinnahmen unter anderem eine führende Rolle bei sechs der zehn grössten Transaktionen. “In dieser Hinsicht war das Quartal das erfolgreichste der vergangenen fünf Jahre.” Bei Börsengängen in Europa waren die Frankfurter zudem als globaler Koordinator Marktführer im bisherigen Jahresverlauf und organisierten vier der fünf grössten Transaktionen. In Deutschland, wo sie im laufenden Jahr in der Finanzierung von Unternehmen die Nummer eins ist, war das Institut bei den drei grössten Börsengängen eine der führenden Konsortialbanken.

(Reuters/AWP)