Banken - Julius Bär kann Neugeldzufluss verbessern

Die Julius Bär Gruppe hat im ersten Semester des laufenden Jahres den Neugeldzufluss weiter gesteigert, bei den Gewinnzahlen bleibt das Institut etwa auf Vorjahreshöhe.
24.07.2017 07:40
Das Logo von Julius Bär.
Das Logo von Julius Bär.
Bild: Bloomberg

Der adjustierte Konzerngewinn für die ersten sechs Monate war mit 403,6 Mio CHF (+0,4 Prozent) wenig verändert, wie die Vermögensverwalterin am Montag mitteilte. Unter dem Strich resultiert ein um 2 Prozent tieferer Konzerngewinn nach IFRS von 353 Mio CHF.

Zum Semesterende verwaltete die Bank Vermögen in der Höhe von 354,7 Mrd CHF, leicht weniger als per Ende April 2017 (356 Mrd CHF), aber rund 6 Prozent mehr als per Ende 2016. Der Netto-Neugeldzufluss im Sechs-Monatszeitraum lag mit 10,2 Mrd CHF deutlich über den 5,5 Mrd im gleichen Vorjahreszeitraum. Beeinträchtigt wurden die Vermögen durch einen negativen Währungseffekt von 8,9 Mrd CHF - hauptsächlich aufgrund des Rückgangs des USD/CHF-Wechselkurses.

Die Vermögensverwalterin erwirtschaftete im ersten Semester einen Betriebsertrag von 1,59 Mrd CHF, was einem Anstieg um 12 Prozent entsprach. Die Bruttomarge erreichte 92 Basispunkte und lag damit etwas unter den 95 Basispunkten im Vorjahreszeitraum. Der adjustierte Geschäftsaufwand erhöhte sich um 17 Prozent auf 1,10 Mrd CHF. Allerdings war der Geschäftsaufwand im H1 2016 wegen einer Änderung im Pensionskassenplan belastet - unter Ausklammerung dieses Einflusses belief sich der Anstieg des Geschäftsaufwands im Vergleich zum Vorjahr auf 10 Prozent.

Kosten immer noch zu hoch

Die Cost/Income Ratio betrug 69,1 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr 2016 noch bei 68,9 Prozent gelegen hatte. Damit bleibt sie weiterhin leicht ausserhalb des mittelfristigen Zielbereichs von 64-68 Prozent. Dieses soll im Verlauf des Jahres 2018 erreicht werden, wie der Präsentation zum Halbjahresergebnis zu entnehmen ist.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen bei den Gewinnzahlen und beim Neugeldzufluss übertroffen, die Kundenvermögen fielen allerdings innerhalb der Erwartungen aus. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem adjustierten Konzerngewinn von 369 Mio CHF und einem IFRS-Konzerngewinn von 326 Mio CHF gerechnet. Zudem hatten sie den Neugeldzufluss im Schnitt bei 8,4 Mrd CHF erwartet, die Kundenvermögen hatten sie bei 355 Mrd CHF prognostiziert. Die BIZ Gesamtkapitalquote mit 18,5 Prozent und die CET1-Kapitalquote mit 14,9 Prozent bleiben weiterhin klar über den regulatorischen Mindestanforderungen.

Die Aktie von Julius Bär hat ihren Wert seit Anfang Jahr um 10,3 Prozent gesteigert und liegt damit über dem Markt. Der SMI ist im selben Zeitraum um 8,7 Prozent angestiegen.

(AWP)