Banken sollen Wechselkurse manipuliert haben

Die Finma führt gegen mehrere Schweizer Banken eine Untersuchung wegen möglicher Manipulationen von Fremdwährungskursen durch. Bei der UBS soll es bereits zu ersten Entlassungen gekommen sein.
04.10.2013 12:20
Von Pascal Meisser
Im Juni soll es zu Unregelmässigkeiten bei Wechselkursen gekommen sein.
Im Juni soll es zu Unregelmässigkeiten bei Wechselkursen gekommen sein.
Bild: scx

Die Finma koordiniere sich bei den Ermittlungen eng mit ausländischen Behörden, da auch international eine Vielzahl von Banken potenziell betroffen sei, wie die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma am Freitag mitteilte. Details zu möglicherweise involvierten Finanzinstituten oder laufenden Untersuchungen gebe die FINMA keine bekannt, heisst es in der Mitteilung weiter. Ob die Untersuchung Befragungen oder auch Durchsuchungen beinhaltet, wollte ein Sprecher der FINMA am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren. Auch zu den Namen der betroffenen Institute wollte er keine Angaben machen.

Die Untersuchungen dürften im Zusammenhang mit Vorwürfen über Manipulationen im Devisenmarkt stehen, die im Sommer in Grossbritannien nach auffälligen Kursbewegungen laut geworden waren. Danach hätten Händler verschiedener Banken Informationen über grosse Devisengeschäfte ihrer Kunden genutzt, um im Vorfeld der Abwicklung auf eigene Rechnung Gegengeschäfte zu machen. In Medienberichten war damals darauf hingewiesen worden, dass die grössten Devisenhändler auch die Schweizer UBS, die Deutsche Bank, die Citigroup und Barclays umfassten.

«No comment»

Ein Sprecher der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA wollte am Freitag gegenüber der AWP keine Stellung zu den Vorgängen nehmen: Die FCA habe die Vorwürfe zur Kenntnis genommen und sei "mit den betroffenen Parteien im Gespräch", sagte er lediglich. Ob die Behörde eine Untersuchung eingeleitet habe, wollte er nicht kommentieren. Die FCA arbeite "regelmässig mit internationalen Aufsichtsbehörden zusammen, einschliesslich der FINMA", sagte er lediglich.

Laut dem Branchenportal Inside Paradeplatz soll es im Zuge der laufenden Untersuchungen bei der UBS zu ersten Entlassungen in der Devisenhandelsabteilung gekommen sein. Es handle sich dabei um den Chef Spothandel in Glattbrugg und einen Schweizer Chef-Trader der UBS Investment Bank in Stamford in den USA. Die UBS wollte aber weder gegenüber Inside Paradeplatz noch zur Nachrichtenagentur AWP Stellung zum Sachverhalt nehmen.

Sprecher der Grossbanken UBS und CS wollten zudem weder bestätigen noch dementieren, dass ihre Banken zu den von der FINMA untersuchten Instituten gehörten. Offenbar nicht in der Schusslinie sieht sich die ZKB: "Die Zürcher Kantonalbank hat zum jetzigen Zeitpunkt keine Kenntnisse über Untersuchungen der FINMA im Zusammenhang mit möglichen Manipulationen von Fremdwährungskursen", teilte ein ZKB-Sprecher mit.

(mit Material von awp)