Barry Callebaut mit tieferem Gewinn

Der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut hat im vergangenen Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende August) insgesamt etwas unter den Erwartungen abgeschnitten.
02.11.2016 07:23
Ein Produktionsgebäude von Barry Callebaut.
Ein Produktionsgebäude von Barry Callebaut.
Bild: ZVG

Das Management von Barry Callebaut zeigt sich aber zuversichtlich und bestätigt die Mittelfrist-Ziele. Die Verkaufsmenge stieg in der Berichtsperiode um 2,2% auf 1,834 Mio Tonnen. Die Wachstumsrate hat sich damit gegenüber dem Wert nach neun Monaten (+4,2%) deutlich verlangsamt und lag auch klar unter dem Wert im Vorjahr (+4,5%). Im Vergleich zum Gesamtmarkt, der in dieser Periode gemäss Branchendaten um 1,7% rückläufig war, wuchs BC aber klar schneller.

Der Umsatz stieg derweil um 7,0% auf 6,68 Mrd CHF, in Lokalwährungen (LW) waren es +8,8%, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn (Stufe EBIT) erreichte 401,7 Mio CHF, was einem Minus von 3,2% entspricht (LW +0,1%), beim EBIT pro Tonne resultierte ein Minus von 5,2% auf 219,0 CHF (LW -2,0%). Unter dem Strich blieb ein um 8,7% tieferer Konzerngewinn von 219, Mio CHF.

Damit hat BC die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) auf Volumenstufe nicht erreicht, auf Gewinnstufe aber nur knapp verfehlt. Diese prognostizierten im Durchschnitt einen Zuwachs von 2,9%, einen EBIT von 404,0 Mio und einen Reingewinn von 224,6 Mio CHF.

Kakao deutlich im Minus

Volumenmässig war vor allem der Bereich Kakao mit einem Minus von 12,0% schwach. Grund ist hier vor allem, dass BC "gezielt" aus weniger profitablen Verträgen ausgestiegen ist. Die Bereiche 'Industrielle Produkte' (+6,8%) und Gourmet & Spezialitätenprodukte (+12,4%) wuchsen derweil deutlich.

Aufgrund der Resultate wird ein Dividendenantrag von 15,50 CHF je Aktie (VJ 14,50) gestellt, was einer Ausschüttungsquote von 39% entspricht und klar höher als der Konsens (14,64 CHF) ist. Die Ausschüttung soll teils aus den Reserven aus Kapitaleinlagen (4,19 CHF) und teils in Form einer Nennwertreduktion (11,31 CHF) erfolgen.

Das Management zeigt sich zufrieden: "In einem schwachen globalen Schokoladenmarkt wuchsen wir im Schokoladengeschäft stark in allen Regionen, wozu auch unsere drei zentralen Wachstumstreiber beitrugen", wird CEO Antoine de Saint-Affrique in der Mitteilung zitiert. Die gute Profitabilität im Schokoladengeschäft sei wie erwartet durch den anspruchsvollen Markt für Kakaoprodukte tangiert worden. Der verstärkte Fokus auf den freien Cash flow (404 Mio CHF) zahle sich derweil aus.

Ziele bestätigt

Auch im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2016/17 zeigt sich der CEO zuversichtlich: "Wir haben eine gute Visibilität bezüglich Volumenwachstum, und wir erwarten einen positiven Gewinnbeitrag aus unserem Cocoa Leadership-Projekt, gestützt von der gewissen Erholung im Markt für Kakaoprodukte in jüngster Zeit." Auf dieser Basis wird die Drei-Jahres-Prognose, das heisst im Durchschnitt 4-6% Volumenwachstum und ein über dem Volumenwachstum liegender EBIT in Lokalwährungen, bestätigt.

Weiter teilt BC mit, dass Andreas Jacobs als Präsident des Verwaltungsrates zurücktritt. Als Nachfolger vorgeschlagen wird der frühere BC-CEO Patrick De Maeseneire.

(AWP)