Basilea - in drei Jahren mit Gewinn

Für die Schweizer Pharmafirma Basilea rückt die Gewinnschwelle nach fünf Verlustjahren in Reichweite.
29.02.2016 15:46
Die Pharmafirma Basilea will bis spätestens in drei Jahren die Gewinnschwelle erreichen.
Die Pharmafirma Basilea will bis spätestens in drei Jahren die Gewinnschwelle erreichen.
Bild: ZVG

"Wir erwarten, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren rentabel sind", sagte Finanzchef Renato Spota am Montag zu Reuters. Er geht davon aus, dass die Umsätze mit dem Antibiotikum Zevtera und dem Antipilzmedikament Cresemba kontinuierlich anziehen. Das im Vorjahr zugelassene Cresemba soll dieses Jahr in Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und drei weiteren europäischen Märkten verfügbar sein. In den USA vertreibt der japanische Partner Astellas die Arznei. Zavtera ist in Europa bereits auf dem Markt, in den USA ist das Mittel nicht zugelassen.

Im vergangenen Jahr rutschte Basilea mit einem Verlust von 61,6 Millionen Franken merklich tiefer in die roten Zahlen. Der Umsatz - zum überwiegenden Teil Lizenzzahlungen von GlaxoSmithKline und Astellas - stieg nach der US-Zulassung von Cresemba um fast ein Viertel auf 52,8 Millionen Franken. Diese Jahr rechnet Basilea mit bis zu 60 Millionen Franken Betriebsverlust nach 61,5 Millionen Franken Fehlbetrag im Vorjahr. Mit 364,7 Millionen Franken Bargeld ist die Kassa prall gefüllt.

Ob es das Antibiotikum Zevtera auf den weltgrössten Pharmamarkt schafft, steht weiterhin nicht fest. Zwar wird mit der US-Arzneimittelbehörde FDA über das Design einer Zulassungsstudie verhandelt. Doch zuvor muss die Firma für die teure Entwicklung zur Marktreife noch einen Partner finden. Die Tests könnten dann im nächsten Jahr beginnen und würden drei bis vier Jahre dauern, sagte Basilea-Chef Ronald Scott.

Aktien ziehen an

Bis April will Scott zudem entscheiden, ob Basilea eine Option auf das Medikament Toctino ausübt und mit dem Mittel zur Behandlung von Handekzemen in den USA ein Anlauf nimmt. GlaxoSmithKline hatte jüngst entschieden, die 2012 von Basilea erworbene Arznei in Amerika nicht auf den Markt zu bringen . Auch bei Toctino macht der Firmenchef das weitere Vorgehen vom Zustandekommen einer Partnerschaft abhängig: "Wir werden die Arznei in den Vereinigten Staaten nicht selbst einreichen", sagte Scott.

Die Basilea-Aktien zogen gegen den schwachen Sektortrend 2,2 Prozent auf 70,30 Franken an. Die Firma gilt als Übernahmekandidat. Auf die Frage, ob Basilea ein Kaufangebot erhalten hat, lehnte Basilea-Chef Scott eine Stellungnahme ab.

(Reuters)