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Basler Biotechunternehmen im Kursrausch

Die Aktie von Basilea ist fulminant ins neue Jahr gestartet. Was hinter der Kurshausse steckt und wie hoch die Titel des Biotech-Unternehmens noch steigen können.
17.01.2014 13:55
Von Frédéric Papp
Basilea gilt als heisser Übernahmekandidat.

Mit einer Kursperformance von 20 Prozent seit Jahresbeginn reiht sich Basilea in die Top Ten der besten Titel des laufenden Jahres an der Schweizer Börse ein. Mit der jüngsten Aufwärtsbewegung setzt sich eine Kurshausse fort, die seit einem Jahren im Gang ist. Im Januar 2013 notierte die Aktie bei 44 Franken, heute müssen 126 Franken bezahlt werden. Insbesondere im Mai, Mitte November und Mitte Dezember verzeichnete die Aktie Kursschübe.

Marktbeobachter gehen von weiter steigenden Kursen aus. Am 13. Januar hat Helvea die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel um 20 auf 140 Franken angehoben. Noch höher greift der zuständige Analyst bei Kepler Chevreux. Auf 160 Franken sollen die Titel bis Oktober dieses Jahres ansteigen.

Mit Produktepipeline auf Kurs

Zuversicht versprüht auch der Basilea-CEO. Am Donnerstag bestätigte er an der "Swiss Equities Conferenz" in Bad Ragaz die am Halbjahresabschluss präzisierte Guidance. Das Management erwartet demnach einen Rückgang des Betriebsaufwands auf durchschnittliche 7 Millionen Franken pro Monat. Und der Betriebsverlust soll 4 Millionen Franken pro Monat ausmachen.

Auf Kurs ist Basilea auch hinsichtlich der Produktepipeline. So profitiert das Unternehmen bei Isavuconazol von einer zwölfjährigen Marktexklusivität ab Marktlancierung in den USA. Ein Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA wird im ersten Halbjahr 2014 erwartet.

Mögliche Käufer in Lauerstellung

Mit den positiven Studiendaten rückt Basilea noch mehr in den Fokus der grossen Pharmamultis. Als möglicher Käufer wird denn auch immer wieder die japanische Astellas Pharma genannt. Zwischen Basilea und Astellas bestehen bereits seit Anfang 2010 Lizenzvereinbarungen für das Medikament Isavuconazole. Mit dem britischen Pharmaunternehmen GalxoSmithKline hat ein weiterer Mitbewerber mittels einer Vertriebsvereinbarung bei Basilea Fuss gefasst.

Generell versuchen grosse Pharma- und Biotechfirmenn akquisitorisch zu wachsen, um ihren Nachschub an neuen Medikamenten zu sichern. Will Astellas Basilea übernehmen, müssen sich die Japaner sputen. Denn fast mit jedem Tag wird Basilea teurer.

Gewinnrealisation ins Auge fassen

Doch Anleger sollten wissen: Die Kurshausse der Basilea-Aktie ist operativ nicht begründbar, denn das Unternehmen schreibt immer noch Verlust. Dieser wurde im ersten Halbjahr 2013 auf 17,3 Millionen Franken halbiert.

Schafft Basilea den kommerziellen Durchbruch, geht der Aktienkurs durch die Decke. Anleger erinnern sich auch an die besten Zeiten der Aktie im Jahr 2007, als der Titel das Rekordniveau von 285 Franken erreicht hatte. Falls Basilea scheitern sollte, ist ein Kursdebakel sicher. Anleger, die mit Basilea bereits gut verdient haben, sollten daher erwägen, einen Teil der Gewinne zu realisieren.