Baubranche - Schweizer Bauinvestitionen wachsen nur langsam

Die Bauinvestitionen in der Schweiz dürften 2017 nur langsam wachsen. Die Konjunkturforscher von BAK Basel erwarten für das laufende Jahr ein Wachstum von 0,7%. 2018 dürfte die Baukonjunktur noch stärker an Schwung verlieren.
05.09.2017 13:35
Eine Baustelle beim Eindunkeln.
Eine Baustelle beim Eindunkeln.
Bild: Pixabay

Zwischen 2009 und 2015 hatte das Baugeschäft in der Schweiz noch regelrecht geboomt. Dazu hatten etwa die starke Zuwanderung und die günstigen Finanzierungsbedingungen im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Anlagenotstand aufgrund der Negativzinsen geführt.

In den kommenden Jahren dürfte der Rückenwind wegen dieser Faktoren jedoch schwächer ausfallen, wie die Konjunkturforschungsstelle BAK Basel am Dienstag mitteilte. Nach dem sehr hohen Wachstum in den Vorjahren erwarten die Forscher für 2017 vor allem für den Infrastrukturbau, also zum Beispiel für Sozial- und Bildungsbauten, weniger Investitionen. Darauf deute die jüngste Entwicklung der Baubewilligungen hin.

Im Betriebsbau dagegen sollen die Ausgaben "solide" ansteigen. Im Wohnbau sei von einer leicht steigenden Bautätigkteit auszugehen. Dennoch dürfte die Zahl der neu erstellen Wohnungen auch 2017 die Schwelle von 50'000 übertreffen.

Beschleunigung im Wohnungsbau

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Regionen. Im Genferseegebiet, im Gebiet Zürich/Aargau und im Espace Mittelland wird eine steigende Bautätigkeit erwartet. In der Südschweiz und in der Zentralschweiz sollen die Investitionen stagnieren, und in der Ostschweiz sowie in der Region Basel rechnet die Forschungsstelle mit weniger Bauausgaben.

2018 wird das Wachstumstempo im Schweizer Hochbau gemäss BAK Basel weiter gedrosselt. Die Forscher erwarten einen Anstieg der Bauinvestitionen von 0,4%. Im Betriebsbau und im Infrastrukturbau dürften die Bauausgaben gar sinken. Darauf weise der Abwärtstrend bei den eingereichten Baugesuchen hin.

Beim Wohnungsbau dagegen gehen die Forscher von einer leichten Beschleunigung aus. Denn der Schweizer Wohnungsmarkt sei mangels alternativen Anlagemöglichkeiten noch immer attraktiv für Investoren.

Weniger Zuwanderung

Von 2019 bis 2023 dürften die Hochbauaufwendungen zwar weiter wachsen, doch die Dynamik wird laut Studie deutlich schwächer ausfallen als noch während des Baubooms. BAK Basel prognostiziert ein Wachstum von durchschnittlich 0,6% pro Jahr.

Ein Grund dafür sei etwa, dass die Nettozuwanderung in den nächsten Jahren nicht mehr so hoch ausfallen werde. Also werde auch die Nachfrage nach neuem Wohnraum langsamer wachsen.

Ausserdem ist laut BAK Basel allmählich mit steigenden Zinsen zu rechnen. Dies werde einen dämpfenden Effekt auf die Bautätigkeit haben. Bei steigenden Zinsen werde sich zudem der gegenwärtige Anlagenotstand nach und nach auflösen.

Dieser hatte zum Bauboom der letzten Jahre beigetragen, wie es weiter heisst. Ferner habe sich durch den Bauboom die Gefahr von Überkapazitäten und somit steigenden Leerständen erhöht.

Von dieser schweizweit verhaltenen Entwicklung werden lediglich die Regionen Genfersee und Basel ausgenommen sein. Im Genferseegebiet sei dies dem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum und hoher Wirtschaftsdynamik zu verdanken.

In Basel werde die Bautätigkeit vom hohen Wachstumstempo der Basler Wirtschaft und neuen Grossprojekten angekurbelt, heisst es weiter in der Hochbauprognose.

(AWP)