Bauchemie- und Klebstoffherstellerin - Sika legt abermals Rekordergebnisse vor

Inmitten des Übernahmekampfes bleibt Sika auf Rekordkurs und steigerte in den ersten drei Quartalen den Gewinn deutlich.
26.10.2017 06:32
Der Sika-Standort Altstetten, Zürich.
Der Sika-Standort Altstetten, Zürich.
Bild: ZVG

Starke Resultate zeigte vor allem die Marktregion Nordamerika. Für 2017 wurden die Wachstumsprognosen bestätigt. Zwischen Januar und Ende September setzte Sika 4,63 Mrd CHF um, das sind 6,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Lokalwährungen resultierte ein Wachstum von 7,9 Prozent. Damit hat sich das Wachstumstempo im dritten Quartal nur ganz leicht abgeflacht; im ersten Semester hatte in Lokalwährungen noch ein Plus von 8,1 Prozent resultiert.

Gewinn steigt überproportional

Das Betriebsergebnis auf den Stufen EBITDA und EBIT nahm um 11 Prozent resp. 13 Prozent auf 797,9 Mio und 669,0 Mio CHF zu. Der Reingewinn schliesslich erhöhte sich um fast 15 Prozent auf 477,4 Mio. Das seien alles neue Rekordwerte, so das Unternehmen. Und Sika habe im dritten Quartal 2017 zum 23. Mal in Folge die Margen verbessert.

Die höhere Profitabilität erklärt das Unternehmen mit einem überproportionalen Volumenwachstum im Vergleich zur Entwicklung der Betriebskosten. Damit habe man die leicht negativen Währungseffekte und steigende Rohstoffpreise kompensiert.

Mit diesen Zahlen hat Sika die Erwartungen der Analysten auf Gewinnebene übertroffen, während der Umsatz eine Spur darunter lag.

Nordamerika dynamisch

Alle von Sika bearbeiteten Regionen hätten zum Wachstum beigetragen, heisst es weiter. Allen voran Nordamerika erzielte ein Umsatzplus von 16,7 Prozent in Lokalwährungen auf 826,3 Mio CHF. Davon stammten 8,2 Prozentpunkte von Akquisitionen. Zum positiven Geschäftsverlauf hätten insbesondere die gezielten Investitionen in der Region beigetragen, so Sika.

In der mit Abstand grössten Konzernregion EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) stiegen die Verkäufe in Lokalwährungen um 6,5 Prozent auf 2,14 Mrd CHF. Während die Kernmärkte Frankreich, Italien und Grossbritannien "gute" Zuwachsraten verzeichnet hätten, sei man in Osteuropa und Afrika zweistellig gewachsen.

Die Region Lateinamerika legte um 1,7 Prozent in LW auf 435,0 Mio CHF zu. Insbesondere die grossen Länder Mexiko und Argentinien hätten sich überdurchschnittlich entwickelt, in Brasilien habe sich aber die anhaltend schwierige wirtschaftliche und politische Lage weiterhin negativ ausgewirkt. Zudem verlaufe die Bautätigkeit in den eher rohstoffbasierten Ländern zurückhaltend.

In Asien/Pazifik lag das Wachstum bei 4,8 Prozent in LW auf 820,0 Mio CHF, nach einem Wert von 3,8 Prozent im Vorjahr. Hohe Zuwachsraten habe man in Südostasien mit Ausnahme von Indonesien und Singapur erreicht. Während Sika in China im hohen einstelligen Bereich gewachsen sei, hätten sich in Singapur die Investitionen für staatlich geförderte Wohnbauprojekte und in Indonesien die Investitionen in die Infrastruktur auf einem anhaltend tiefen Niveau bewegt.

Zuversicht für 2017

Die Jahresziele 2017 könnten bestätigt werden, so Sika weiter. Das Unternehmen rechnet unverändert mit einer Umsatzsteigerung von 6-8 Prozent auf erstmals über 6 Mrd CHF. Der EBIT soll dabei weiterhin leicht überproportional erhöht werden. Mit einem Betriebsgewinn von 880 bis 900 Mio CHF nennt Sika dabei erstmals in diesem Jahr eine konkrete Zielgrösse.

Eine Herausforderung im laufenden Geschäftsjahr sind laut Sika die steigenden und volatilen Rohstoffpreise. Und der unbekannte Ausgang des feindlichen Übernahmeversuchs durch Saint-Gobain bleibe für die Zukunft als Unsicherheitsfaktor bestehen.

(AWP)