Baustoffkonzern beschenkt Aktionäre - Sika gibt «Vollgas» - Aktie schreibt Geschichte

Sika erzielt 2016 einen Rekordgewinn. Der Baustoffkonzern erhöht die Dividende kräftiger als von Analysten erwartet. Folglich steigt die Aktie auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte.
24.02.2017 11:03
Von Lorenz Burkhalter
Sika-GV am 14. April 2015 in Baar ZG, VR-Präsident Paul Hälg am Rednerpult.
Sika-GV am 14. April 2015 in Baar ZG, VR-Präsident Paul Hälg am Rednerpult.
Bild: cash

Nach dem eher etwas schwächer als erwarteten Jahresumsatz von Mitte Januar legt der Baustoffhersteller Sika am Freitag mit überzeugenden Gewinnzahlen nach. Sowohl beim operativen Gewinn (EBIT) als auch beim Reingewinn übertrifft das Innerschweizer Unternehmen die Markterwartungen leicht.

Punkten kann Sika jedoch vor allem beim Ausblick. Angestrebt wird einmal mehr ein Umsatzwachstum zwischen 6 und 8 Prozent. Die operative Marge (EBIT) soll hingegen zwischen 14 und 16 Prozent zu liegen kommen. Bisher lag das Zielband zwischen 12 und 14 Prozent.

Grosszügig zeigt sich das Unternehmen bei der Dividende. Inhaberaktionäre erhalten für das vergangene Jahr 102 Franken je Aktie ausbezahlt. Das entspricht einer Steigerung um 30 Prozent und liegt über den von Analysten erwarteten 90 Franken je Titel.

An der Schweizer Börse SIX gewinnt die Inhaberaktie des Baustoffherstellers zur Stunde noch 0,1 Prozent auf 5'460 Franken. Zu Handelsbeginn kletterte sie vorübergehend sogar auf 5'490 Franken und damit auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte. Beobachter berichten seither immer wieder von grösseren Gewinnmitnahmen.

Nach der leichten Umsatzenttäuschung vom Januar begrüsst der für die UBS Investmentbank tätige Experte den auf den Stufen EBIT und Reingewinn besser als erwartet ausgefallenen Zahlenkranz. Dass seine eigenen Schätzungen für den Reingewinn um rund 10 Prozent übertroffen wurden, erklärt er sich mit einem starken Finanzergebnis.

Sika bleibt ein Musterschüler

In Anbetracht der bereits recht ambitionierten Konsensschätzungen für 2017 und die Jahre danach geht man bei der UBS Investmentbank trotz neuen und höheren Mittelfristzielen nur noch von moderat steigenden Markterwartungen aus. Dennoch wird die Aktie mit einem 12-Monats-Kursziel von 5'550 Franken zum Kauf empfohlen.

Wie der für Alliance Bernstein tätige Berufskollege des Analysten schreibt, kann Sika auf ein weiteres starkes Geschäftsjahr zurückblicken. Schon seit geraumer Zeit übertreffe der Musterschüler regelmässig die eigenen Zielsetzungen, so ergänzt er. Seines Erachtens sollte die Erhöhung des mittelfristigen Margenzielbands die Angst einiger Experten vor steigenden Rohmaterialkosten dämpfen. Nicht zuletzt auch aufgrund der grosszügigen Dividende und der überraschend starken Barmittelgenerierung hält der Analyst an seiner "Outperform" lautenden Anlageempfehlung fest.

Kräftige Dividendenerhöhung kommt gut an

In einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank ist von einem "weiteren überzeugenden Jahresergebnis" die Rede. Der Autor zeigt sich ebenfalls von der starken Barmittelgenerierung und von der kräftigen Dividendenerhöhung angetan. Aufgrund der soliden Bilanz und der Nettobarmittel könne sich Sika eine hohe Ausschüttungsquote von 46 Prozent des Jahresgewinns problemlos leisten, so lautet sein Urteil. Aufgrund der weiterhin bestehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an Saint-Gobain stuft er die Sika-Aktie wie bis anhin nur mit "Marktgewichten" ein.

"Sika gibt Vollgas", betitelt der für die Bank Vontobel tätige Analyst seinen Kommentar zum vorliegenden Zahlenkranz. Nachdem die operative Marge im letzten Jahr bereits das obere Ende der Zielspanne erreicht habe, sei es wohl nur folgerichtig, dass diese Zielvorgabe erneut angehoben wurde, so schreibt er weiter. Auch bei der traditionsreichen Zürcher Bank kommt die kärftig erhöhte Dividende gut an, hatte der Experte doch "nur" mit einer Ausschüttung von 90 Franken je Aktie für 2016 gerechnet. Er empfiehlt die Aktie von Sika unverändert mit einem Kursziel von 6'100 Franken zum Kauf.