BCV kämpft mit rückläufigen Erträgen in allen Bereichen

Die Waadtländer Kantonalbank BCV hat im ersten Halbjahr 2016 einen deutlich tieferen Reingewinn erzielt. In allen Geschäftsbereichen müssen rückläufige Erträge hingenommen werden.
18.08.2016 07:14
Blick auf den Genfersee bei Lausanne, der BCV-Heimat.
Blick auf den Genfersee bei Lausanne, der BCV-Heimat.
Bild: cash

Die Waadtländer Kantonalbank (Banque Cantonale Vaudoise BCV) hat im ersten Halbjahr 2016 wegen dem Wegfall des Ertrags aus dem Swisscanto-Verkaufs einen deutlich tieferen Reingewinn erzielt. Das Westschweizer Staatsinstitut musste allerdings auch in allen Geschäftsbereichen rückläufige Erträge hinnehmen, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist.

Unter dem Strich verblieb der BCV ein Reingewinn von 156,7 Mio CHF, was einem Rückgang um 13% zum Vorjahressemester entspricht. Im Vorjahr hatte das Institut allerdings noch einen hohen Ertrag aus dem Verkauf ihrer Beteiligung am Asset Manager Swisscanto an die ZKB erzielt. Der Konzerngewinn sei weiter "ansehnlich" und liege über den Semesterergebnissen von 2013 und 2014, betont die BCV. Der Geschäftserfolg, der die betriebliche Leistung widerspiegelt, ging mit -2% auf 197,9 Mio CHF leicht zurück.

Tieferes Zinsergebnis

Insgesamt erzielte die Bank in den ersten sechs Monaten des Jahres einen um 6% tieferen Geschäftsertrag von 494,1 Mio CHF. Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsgeschäft, verringerte sich der Erfolg netto um 5% auf 242,7 Mio CHF. Die Bank verweist darauf, dass die Netto-Auflösung von Rückstellungen für Kreditrisiken tiefer ausfiel als noch vor Jahresfrist.

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft spürte die Bank die "flauen Finanzmärkte" im ersten Halbjahr und musste ein Minus von 8% auf 157,7 Mio CHF hinnehmen. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft fiel derweil mit -14% auf 67,5 Mio klar unter dem Vorjahresniveau aus. Im Vorjahreszeitraum hatte die BCV im Handelsgeschäft noch von hohen Volumen in der Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB profitiert.

Der Geschäftsaufwand blieb mit 258,2 Mio CHF dagegen auf dem Niveau des Vorjahres. Während der Personalaufwand leicht anstieg (+1%), konnte der Sachaufwand im Vorjahresvergleich gesenkt werden (-1%).

Weniger Kundeneinlagen

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende um 3% auf 44,7 Mrd CHF, wobei auf der Aktivseite vorwiegend die bei der SNB gehaltene Liquidität anstieg. Die Hypothekarforderungen nahmen dabei noch mit einem Plus von 1% auf 24,8 Mrd zu. Auf der Passivseite musste die Bank einen Rückgang der Spar- und Kundeneinlagen um 2% auf 28,4 Mrd CHF verzeichnen. Der Rückgang war laut den Angaben vor allem auf die Beendigung der Zusammenarbeit mit Postfinance im Online-Trading zurückzuführen.

Die verwalteten Vermögen der Gruppe gingen um 1% auf 87,4 Mrd CHF zurück. Zwar flossen der Bank weitere Onshore-Gelder (+401 Mio CHF) zugeflossen, dies wurden aber durch den erwarteten Abfluss von Offshore-Gelder (-399 Mio) neutralisiert.

Gehaltener Geschäftsgang erwartet

Mit den ausgewiesenen Zahlen ist die Bank bei den Erwartungen der Analysten zum Ertrag am unteren Ende geblieben, mit den Gewinnzahlen liegt sie dagegen eher am oberen Rand. Die Experten hatten den Geschäftsertrag im Schnitt auf 498 Mio CHF geschätzt. Den Geschäftserfolg hatten sie bei 195 Mio CHF prognostiziert und den Reingewinn bei 150 Mio CHF.

Sofern sich die Wirtschaftslage und die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht signifikant verschlechtern sollten, rechnet die BCV-Gruppe für das zweite Halbjahr 2016 mit einem "ähnlich guten Geschäftsgang wie im ersten Halbjahr", wie es in der Mitteilung heisst.

(AWP)