Bei diesen Firmen kaufen Grossanleger zu

Ein Blick auf die Offenlegungsmeldungen der letzten vier Wochen verrät, bei welchen Firmen ausländische Grossanleger in der Schweiz wacker zugegriffen haben. Einige sind überraschend.
07.12.2015 08:49
Von Lorenz Burkhalter
Erst kürzlich hat der langjährige Aktionär Investor AB bei ABB weitere Aktien zugekauft.
Erst kürzlich hat der langjährige Aktionär Investor AB bei ABB weitere Aktien zugekauft.
Bild: ZVG

Schon seit Jahren gilt die Schweizer Börse als die teuerste in ganze Europa. Das lässt sich vor allem mit der stolzen Bewertung der drei defensiven Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis erklären. Doch auch in anderen Branchen weisen Unternehmen aus der Schweiz eine höhere Bewertung als vergleichbare Konkurrenten aus dem umliegenden Ausland auf.

Doch weder die stolze Bewertung, noch der starke Franken hat ausländische Grossanleger in den vergangenen vier Wochen davon abgehalten, ihre hiesigen Beteiligungen selektiv auszubauen. Das verraten zumindest die in dieser Zeit bei der Schweizer Börse SIX eingegangenen Offenlegungsmeldungen.

Grösster Vermögensverwalter der Welt kauft zu

Während der Schweizer Aktienmarkt nicht weniger als 5 Prozent unter seiner im August erklommenen Bestmarke liegt, klettert die Aktie von Tecan schon seit Wochen von einem Rekord zum nächsten. Alleine seit Anfang November errechnet sich ein Kursplus von 15 Prozent. Obschon der in Männedorf beheimatete Laborausrüster in der Vergangenheit mehrfach für Enttäuschungen sorgte, steht er hoch in der Gunst amerikanischer Grossanleger.

Darauf lässt auch der jüngste Beteiligungsausbau von 3,05 auf 5,12 Prozent durch BlackRock schliessen. Wenn der weltweit grösste Vermögensverwalter bei einem Unternehmen wie Tecan Aktien zukauft, will das was heissen. Doch auch bei den beiden Nebenwerteperlen Kardex und Sika haben die Amerikaner ihre Beteiligungen in den vergangenen Wochen ausgebaut.

Skandinavische Grossanleger auf Einkaufs-Tour

Es dürfte daher kein Zufall sein, dass auch die Aktie von Kardex an der Schweizer Börse schon seit längerer Zeit zu den Gipfelstürmern zählt. Mit einem Kursplus von 63 Prozent seit Jahresbeginn gehört der Anbieter von Logistiklösungen hierzulande zu den Börsengewinnern.

Davon können die Sulzer-Aktionäre nur träumen. Denn obschon der norwegische Staatsfonds seine Beteiligung am Winterthurer Industriekonzern zuletzt wieder auf über 3 Prozent ausgebaut hat, kommt die Aktie nicht so recht vom Fleck. Noch immer laufen aufgrund der schwachen Ölpreisentwicklung umfangreiche Wetten gegen Sulzer. Allerdings weckt der jüngste Beteiligungsausbau Spekulationen, wonach sich die Skandinavier neuerdings gezielt strategisch bei Unternehmen aus dem Umfeld der Öl- und Gasindustrie einkaufen.

Signalwirkung dürfte auch der Ausbau von 9,86 auf 10,03 Prozent durch Investor AB bei ABB haben. Gemeinsam mit Cevian Capital kontrolliert die Beteiligungsgesellschaft der Industriellenfamilie Wallenberg etwas mehr als 15 Prozent der Stimmen. Bislang nahmen die beiden Grossaktionäre zwar noch keinen Einfluss auf das Unternehmen. Was nicht ist, könnte jedoch noch werden.

Eher von untergeordneter Bedeutung sind hingegen die Beteiligungserhöhungen von Massachusetts Mutual beim Bankensoftwarehersteller Temenos sowie beim Pharmazulieferer Lonza. Der amerikanische Lebensversicherer ist für seinen aktiven Anlageansatz bekannt und sorgt bei seinen Firmenbeteiligungen regelmässig für Offenlegungsmeldungen an die SIX.