Bei diesen SMI-Aktien lohnte sich eine frühe Investition

Welche Schweizer Firmendinosaurier hatten in den letzten Jahrzehnten den grössten Zuwachs beim Aktienkurs? cash blickt zurück.
11.09.2016 13:07
Von Ivo Ruch
Roche hatte schon 1914 über 700 Mitarbeitende in zahlreichen Vertretungen und Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt.
Roche hatte schon 1914 über 700 Mitarbeitende in zahlreichen Vertretungen und Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt.
Bild: Historisches Archiv Roche

 

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Als der wichtigste Schweizer Börsenindex, der Swiss Market Index (SMI), im Juni 1988 eingeführt wurde, waren sechs Firmen dabei, die auch heute noch kotiert sind: Credit Suisse (ex-Schweizerische Kreditanstalt), Lafarge­Holcim (ex-Holderbank, ex-Holcim), Nestlé, Roche, Swiss Re und Zurich.

Bei fast allen sechs Firmen hätte sich ein Langfrist-Investment gelohnt. Am besten fuhren die Anleger mit den als defensiv bekannten Pharma- und Nahrungsmittel-Aktien. Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis (Fusion zwischen Ciba-Geigy und Sandoz 1996) und Roche kommen jeweils auf eine Rendite von 700 Prozent oder mehr (siehe Tabelle unten).

Wer sich zum Beispiel am Tag nach dem Mauerfall 1989 eine Nestlé-Aktie ins Depot gelegt und bis heute abgewartet hat, kann auf eine Kurssteigerung von knapp 900 Prozent blicken.

Nach dem Mauerfall ging die Post ab

Das Ende des Kalten Krieges und die Annäherung zwischen Ost und West stellt deshalb ein wichtiger Punkt dar, weil dadurch nicht zuletzt auch die Öffnung der Finanzmärkte vorangetrieben wurde. An der Schweizer Börse folgte darauf ein Höhenflug, der bis 1998 andauerte. Unter dem Strich erwirtschaftete der SMI zwischen dem denkwürdigen Mauerfall und heute eine Rendite von 390 Prozent.

Ebenfalls gut stehen Aktionäre von Swiss Re und LafargeHolcim da. Beide haben ihren Unternehmenswert mehr als verdoppelt, wie adjustierte Daten der Börsenbetreiberin SIX zeigen. Im Fall der zyklischen Titel von ABB und Adecco sind die konjunkturbedingten Schwankungen der letzten Jahrzehnte deutlich sichtbar. Das aus der Fusion der schwedischen ASEA und der schweizerischen BBC entstandene Industrieunternehmen ABB blickt immerhin auf eine Performance von 81 Prozent zurück. 

Der Personaldienstleister Adecco, ein Zusammenschluss von Adia Interim und der französischen Ecco, muss hingegen ein Minus von 63 Prozent hinnehmen.

Nur Swissair ist ganz verschwunden

Die Anlagestrategie "Buy and Hold" – Wertpapiere über eine sehr lange Zeitspanne halten und nicht verkaufen – hat sich auch bei der Credit Suisse nicht gelohnt. Der Kurs ist seit 1989 um ein Drittel eingebrochen.

Die Konkurrentin UBS – 1997 durch die Fusion zwischen der Schweizerischen Bankgesellschaft und dem Schweizerischen Bankverein entstanden – kommt immerhin auf eine Rendite von 30 Prozent. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 notierten die Grossbanken-Aktien noch auf Allzeithochs. Darauf folgte der jähe Absturz. Andere heutige SMI-Unternehmen wie Actelion, Geberit, Givaudan, Julius Bär, Richemont, SGS, Swatch, Swiss Life oder Swisscom fanden den Weg an die Börse ersten einiges später.

Nur ein SMI-Titel verschwand im Laufe der Zeit ganz von der Bildfläche: Swissair. Im Sommer 1998 hatte eine Aktie der Fluggesellschaft noch 500 Franken gekostet. Nach dem Grounding im Herbst 2001 war die Aktie auf weniger als zwei Franken zusammengeschmolzen.

Performance einiger SMI-Legenden in den letzten 27 Jahren

Titel Stand 10.11.1989* Stand 09.09.2016* Performance in %
Roche 16,80 241,30 +1336
Nestlé 7,90 78,80 +897
Novartis 8,80 77,85 +785
Swiss Re 24,50 87,55 +257
LafargeHolcim 18,80 51,70 +175
ABB 12,20 22,14 +81
UBS 11,20 14,44 +29
Credit Suisse 19,70 13,52 -31
Adecco 158,40 57,90 -63

* in CHF pro Aktie. Quellen: SIX, cash.ch