Bei dieser Aktie jetzt den Ecart kassieren

Die Inhaberaktie der Swatch Gruppe weist gegenüber der Namenaktie einen deutlichen Bewertungsaufschlag auf. Für die Aktionäre drängen sich Umschichtungen geradezu auf.
02.12.2013 08:37
Von Lorenz Burkhalter
Noch nie war die Namenaktie bei der Swatch Group im Vergleich zur Inhaberaktie günstiger zu haben.

In der Schweiz kennen nur noch wenige börsenkotierte Unternehmen mehrere Titelkategorien. Ein solches ist die Swatch Group. Beim in Neuenburg beheimateten Uhrenhersteller weist die Inhaberaktie schon seit Jahren einen Bewertungsaufschlag gegenüber der Namenaktie auf. Mit 17,3 Prozent ist der Aufschlag allerdings an einem Punkt angelangt, an dem sich Umschichtungen aus der Inhaber- in die Namenaktie für die Aktionäre geradezu aufdrängen.

Die Aktionärsgruppe, zu der neben der Familie Hayek auch die Pensionskasse der Swatch Group zählt, hält ausschliesslich Namenaktien. Das nicht ohne Grund, weist sie doch ein fünfmal höheres Stimmengewicht als die Inhaberaktie auf. Die Aktionärsgruppe bringt so mit einem geringeren Kapitaleinsatz einen Stimmenanteil von 40,8 Prozent auf die Waage.

Ausländische Grossinvestoren setzen auf die Inhaberaktie

Dass die Inhaberaktie dennoch einen geradezu Aufsehen erregenden Bewertungsaufschlag aufweist, ist mit der besseren Handelbarkeit zu erklären. Ausländische Grossinvestoren tummeln sich fast ausschliesslich in der deutlich häufiger gehandelten Inhaberaktie, weshalb sich auch Aktienanalysten vorwiegend an dieser festhalten.

Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt, dass die Inhaber- gegenüber der Namenaktie durchschnittlich einen Bewertungsaufschlag von 3,3 Prozent aufweist. Auf einen Betrachtungshorizont von zwei Jahrzehnten hat sogar die Namenaktie die Nase vorn. Umso mehr sollten die Aktionäre der Swatch Group die Gunst der Stunde nutzen, und den Ecart zwischen den beiden Titelkategorien einkassieren. Denn damit kommen sie erst noch in den Genuss einer höheren Dividendenrendite. Bei der Inhaberaktie liegt sie aktuell bei 1,1 Prozent, bei der Namenaktie hingegen bei 1,3 Prozent.

Und wer weiss, vielleicht kann sich der Westschweizer Uhrenhersteller eines Tages doch noch für die Einheitsnamenaktie erwärmen. In welche Richtung sich die beiden Titelkategorien dann entwickeln werden bleibt zwar unklar. Allerdings müssen sich zumindest die in der Namenaktie sitzenden Anleger diesbezüglich keine Sorgen machen.