Bei EY Schweiz kann künftig mit Bitcoin bezahlt werden

Die Kunden des Beratungsunternehmen EY Schweiz können ab Januar 2017 ihre Rechnungen mit Bitcoin bezahlen. EY will damit in der Entwicklung hin zu einer digitalen Welt eine aktive Rolle einnehmen.
25.11.2016 16:15
Bitcoin ist ein dezentrales Zahlungssystem.
Bitcoin ist ein dezentrales Zahlungssystem.
Bild: iNg

"Wir stecken mitten in einem fundamentalen Wandel", sagte EY Schweiz-Chef Marcel Stalder im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz vom Freitag. Während vormals die regulatorische Welle im Zuge der Finanzkrise das Marktumfeld prägte, dominiert heute die digitale Transformation.

Die Geschäftsmodelle der Unternehmen werden sich bis 2025 massgeblich verändern, zeigt sich EY überzeugt. Anstatt Produkte werden vielmehr Kundenbedürfnisse in Zentrum stehen. Um diese umfassend zu bedienen, werden Unternehmen daher vermehrt branchenübergreifend im Verbund zusammenarbeiten. EY spricht von sogenannten Unternehmens-Ökosystemen. Der digitale Wandel werde dabei eine bedeutende Rolle einnehmen.

Um ihre Kunden in diesem Prozess optimal zu betreuen, müsse sich das Unternehmen auch selber digitalisieren, sagte Stalder, der seit Mitte Jahr an der Spitze von EY Schweiz steht. Dafür setze EY auf modernste Technologien und Datenanalysemethoden. Auch bei den digitalen Währungen will das Unternehmen nun eine Vorreiterrolle einnehmen.

Bezahlen mit virtuellem Geld

Kunden von EY-Schweiz können daher per 1. Januar ihre Rechnungen in Bitcoin begleichen. Im Hauptgebäude in Zürich wurde zudem ein Bitcoin-Automat eingerichtet. Mittels einem sogenannten EY-Wallet-App können Schweizer Franken in Bitcoin und umgekehrt gewechselt werden.

Unter Bitcoin ist eine virtuelle Geldeinheit zu verstehen. Dabei handelt es sich um ein dezentrales Zahlungsnetzwerk. Aktuell ist der Umlauf an Bitcoin und die Anzahl der Unternehmen, welche sie verwenden, noch gering.

EY zeigt auch für die Digitalisierung des Standorts Schweiz Initiative. So ist es Gründungsmitglied der Initiative "digitalswitzerland", welche die Schweiz als Innovationstreiber und attraktiven Standort für Firmen im digitalen Bereich positionieren soll. Weiter arbeitet EY zusammen mit der Universität St. Gallen und der ETH Zürich in einem interdisziplinären Forschungsprojekt. Im Zentrum stehen Innovationen im Finanzbereich.

Umsatzsprung dank Digitalisierung

Es war denn auch die Digitalisierung und die daraus entstandene stärkere Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen, die EY im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Umsatzsprung bescherte. Im Geschäftsbereich Wirtschaftsberatung erhöhte sich der Umsatz per 30. Juni im Vergleich zur Vorperiode um einen Fünftel auf 210,8 Millionen Franken.

Insgesamt konnte EY Schweiz damit den Umsatz um 8,7 Prozent auf einen Rekordwert von 661,2 Millionen Franken steigern. Ohne erbrachte Leistungen von ausländischen EY-Organisationen und Spesen stieg der Dienstleistungsertrag um 4,2 Prozent auf 514,3 Millionen Franken.

(AWP)