Beim Dax geht die Post ab

Hierzulande etwas unbemerkt klettert der deutsche Leitindex Dax von Rekord zu Rekord. Stefan Kreuzkamp, CIO Europa bei der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, erklärt im cash-Video, weshalb die Rallye weitergeht.
25.02.2015 01:00
Von Daniel Hügli, Frankfurt
Stefan Kreuzkamp ist Anlagechef bei Deutsche Asset & Wealth Management.
Bild: cash

Satte 15 Prozent plus in diesem Jahr. Das ist nicht etwa die Performance eines kleinen Schwellenlandes, sondern die Leistung des deutschen Aktienleitindex Dax. Seit Oktober des letzten Jahres beträgt das Plus gar gegen 25 Prozent. Dies bei einem Index, der bei Investoren über Jahre einen Ruf als träger Aktienkorb "genoss".

Dabei liegt auf der Hand, was den deutschen Index primär antreibt. "Die Stimulierungsmassnahmen der EZB sind derzeit ein wichtiges Entscheidungskriterium für Anleger, in deutsche Aktien zu investieren" sagt Stefan Kreuzkamp, Anlagechef Europa, Mittlerer Osten und Afrika beim Vermögensverwaltungsarm der Deutschen Bank (Deutsche Asset & Wealth Management) im cash-Video-Interview am Rande des Institutional Money Kongress in Frankfurt. 

Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Januar, ab März Staatsanleihen der Euro-Staaten aufzukaufen, wirkt sich über Erwarten positiv auf den deutschen Markt aus. Bis Herbst kommenden Jahres sollen über die Aufkäufe der EZB rund 1,1 Billionen Euro in die Finanzmärkte gepumpt werden.

Besonders beeindruckend sind die jüngsten Kursfortschritte des Dax. Am Dienstag verzeichnete der Leitindex den fünften Tag in Folge ein Gewinnplus. Doch auch anderswo in Europa steigen die Leitindizes. In Paris steht der CAC 40 auf dem höchsten Stand seit Mai 2008. Dr britische FTSE 100 liegt wie der Dax auf einem Rekordniveau.

Euro-Zone beliebt wie selten zuvor

Sowieso ist die Eurozone bei Profi-Anlegern derzeit so beliebt wie selten zuvor. Das zeigte eine Umfrage von Bank of America von letzter Woche unter knapp 160 Investoren aus der ganzen Welt, die zusammen fast eine halbe Billion Dollar verwalten. In der Eurozone steht bei den Befragten Deutschland ganz oben auf der Favoritenliste, gefolgt von Spanien. Dagegen hat sich das Bild der Anleger in den letzten Wochen vor allem für die USA, Grossbritannien - und für Schweizer Unternehmen eingetrübt.

Sicherlich spielte bei den Kursavancen beim Dax und anderen Leitindizes auch die vorläufige Einigung von Griechenland mit seinen Europartnern eine Rolle. Doch Griechenland ist für Kreuzkamp von der Deutschen Bank für Investoren kaum noch ein Thema. Andere Faktoren spielen derzeit eine grössere Rolle.

"Deutschland ist wieder Exportweltmeister geworden. Deutsche und europäische Unternehmen profitieren vom Währungseinfluss. Denn der steigende Dollar gegenüber dem Euro beflügelt exportorientierte Werte", sagt Kreuzkamp. Der positive Währungseinfluss des sich abschwächenden Euro auf die Exportwirtschaft wirkt sich laut Kreuzkamp noch nicht voll aus.  

Kreuzkamp rechnet daher mit einem weiteren Anstieg des Dax von 800 Punkten (Stand derzeit: 11'206 Punkte). Deutsche und europäische Aktie hätten gegenüber amerikanischen oder auch britischen Aktien noch deutliches Aufholpotenzial. Zu den exportstärksten Unternehmen im Dax gehören Bayer, Merck, Daimler, Fresenius Medical CareHeidelbergCement oder Siemens.

Im cash-Video-Interview äussert sich Stefan Kreuzkamp detailliert zu Griechenland und zum Einfluss von US-Zinserhöhungen auf die Aktienmärkte.