Beliebter Sensorenhersteller - Eine weitere Bank springt auf den AMS-Zug auf

Die Aktie von AMS gilt als heisser Anwärter für den diesjährigen Siegerthron am Schweizer Aktienmarkt. Die britische Barclays Bank ist sich sicher, dass der Sensorenspezialist bald auch Android-Handys ausrüsten wird.
04.12.2017 08:39
Von Lorenz Burkhalter
AMS-Logo am Firmensitz im österreichischen Unterpremstätten.
AMS-Logo am Firmensitz im österreichischen Unterpremstätten.
Bild: ZVG

Noch gut vier Wochen, dann ist auch das Jahr 2017 zu Ende. Wenn sich heute schon etwas mit ziemlicher Sicherheit sagen lässt: Die Aktie des Sensorenherstellers AMS an der Schweizer Börse SIX als Jahresgewinner hervorgehen dürfte.

Zwar ist die bei Anlegern sehr beliebte Aktie von den Höchstkursen von 111,40 Franken zurückgefallen. Zuletzt notierte sie noch bei 92 Franken. Den ersten Platz macht dem Apple-Zulieferer allerdings kaum noch jemand streitig, hat sich sein Börsenwert seit Jahresbeginn um 218 Prozent gesteigert. Auf Platz zwei liegt weit abgeschlagen Meyer Burger mit einer Steigerung des Kurses um 155 Prozent.

Die Autoren einer Studie von Barclays zum europäischen Technologiesektor haben zum Wochenbeginn die AMS-Aktie von "Equal weight" auf "Overweight" heraufzustufen. Das kommt einer Kaufempfehlung gleich.

Die für die britische Grossbank tätigen Analysten sind sich sicher, dass der im iPhone X von Apple verbaute 3D-Sensor zur Gesichtserkennung von Anbietern von Android-Smartphones übernommen wird. Die Anbieter dieser Sensoren stünden erst am Anfang eines langjährigen Nachfragezyklus, so schreiben sie. Sie rechnen deshalb bis zum Ende dieses Jahrzehnts mit einem starken Wachstum in diesem Produktbereich. Davon dürfte die technologisch führende AMS überdurchschnittlich profitieren.

Barclays bei AMS neu in bester Gesellschaft

Nach einer kräftigen Erhöhung ihrer zukünftigen Umsatz- und Gewinnschätzungen beziffern die Studienautoren das Kursziel für die Aktie neu mit 120 (bisher 85) Franken.

Damit liegen sie im oberen Bereich der Prognosenbandbreite. Erhebungen der Nachrichtenagentur awp zufolge liegen die Kursziele für die AMS-Aktie zwischen 70 und 133 Franken. Immerhin acht von 13 Experten haben eine Kaufempfehlung ausstehend, die übrigen fünf schätzen den Titel zumindest neutral ein.

Aktie von AMS (rot) im 12-Monats-Vergleich mit jener des Rivalen Dialog Semiconductor (grün) (Quelle: www.cash.ch)

Vor gut vier Wochen stufte schon der Technologieanalyst von Morgan Stanley die Aktie von "Equal weight" auf "Overweight" herauf. Er erachtet die Gewinnerwartungen seiner Berufskollegen für die nächsten Jahre als um bis zu 30 Prozent zu tief angesetzt. Das Kursziel gibt der Experte mit 125 (zuvor 64) Franken an.

Abhängigkeit von einem Grosskunden kann zum Verhängnis werden

Wie nahe Erfolg und Misserfolg bei Apple-Zulieferern beieinander liegen können, zeigt Dialog Semiconductor. Die Kursnotierungen des AMS-Rivalen gerieten vergangene Woche kräftig ins Rutschen, nachdem die Nachrichtenagentur Nikkei berichtet hatte, dass Apple in Zukunft gewisse Bauteile seiner iPhones und iPads unter dem eigenen Dach produzieren könnte. Davon betroffen sein könnte auch ein von Dialog Semiconductor hergestellter Chip zur Energieregulierung solcher Geräte.

Anders als AMS konnte Dialog Semiconductor seit Jahresgewinn nicht an Börsenwert gutmachen, er verlor gut 20 Prozent. Der Halbleiterhersteller ist zudem ein gutes Beispiel dafür, was für Risiken Zulieferunternehmen mit einer hohen Abhängigkeit von einem einzelnen Kunden ausgesetzt sind. Anders als bei Dialog Semiconductor ist Apple bei AMS aber nicht für 80 Prozent, sondern für geschätzte 30 bis 40 Prozent des Jahresumsatzes verantwortlich.

Vermutlich wurde die AMS-Aktie vergangene Woche von der Börse zu Unrecht für die dem Rivalen drohenden Probleme in Sippenhaft genommen. Der Zeitpunkt für die von den Barclays-Analysten ausgesprochene Kaufempfehlung scheint deshalb gut gewählt.

 

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