Bell steigert sich im ersten Halbjahr deutlich

Der Fleischverarbeiter Bell hat im ersten Semester akquisitionsbedingt den Umsatz deutlich gesteigert.
18.08.2016 07:28
Das Unternehmenslogo am Bell-Hauptsitz.
Das Unternehmenslogo am Bell-Hauptsitz.
Bild: ZVG

Die Übernahmen sowie Kosteneinsparungen wirkten sich auch positiv auf die Gewinnzahlen bzw. die Margen aus. Zudem hat das Basler Unternehmen eine kleine Akquisition im Wallis bekannt gegeben.

Der Netto-Umsatz stieg insgesamt um 26 Prozent auf 1,59 Mrd CHF was vor allem auf diverse Zukäufe zurückzuführen ist. So wird der Geflügelspezialist Huber seit dem 1. März und die auf Früchte- und Salat-Convenience spezialisierte Eisberg seit dem 1. Mai 2016 in der Rechnung geführt. Zudem ist im Vergleich zum Vorjahr der gesamte Halbjahresumsatz der Hilcona (VJ nur 2 Mte) in der Rechnung konsolidiert.

Einfluss auf den nominalen Umsatz hatten laut Mitteilung der Coop-Tochter vom Donnerstag auch die Teuerung bei den Rohmaterialpreisen sowie Währungsumrechnungen. Das gesamte Absatzvolumen der Bell-Gruppe im ersten Halbjahr betrug 191'928 Tonnen (+60 Prozent). Die Volumen-Steigerungen seien dabei auf die Akquisitionen sowie auf das Wachstum in der Schweiz zurückzuführen.

Während die Beiträge der akquirierten Unternehmen sowie das Kostenmanagement positiv auf die Margen gewirkt hätten, komme von den höheren Rohmaterialkosten und vom verschärften Konkurrenzkampf weiter Druck, heisst es. Der EBITDA blieb mit 119,8 Mio CHF aber 32 Prozent über Vorjahr, beim EBIT waren es +34 Prozent auf 61,0 Mio. Unter dem Strich legt der Reingewinn um 13 Prozent auf 36,2 Mio zu. Die Zahlen lagen bei Umsatz und Betriebsgewinn etwas über den Schätzungen, beim Reingewinn im Rahmen dieser.

Deutschland mit Rückgang

Bell Schweiz hat in einem schwierigen Umfeld mit wachsenden Einkaufstourismus sowie ungünstigen Witterungsverhältnissen den Umsatz um 4,1 Prozent auf 934 Mio CHF gesteigert. Das Absatzvolumen erhöhte sich um 2,3 Prozent auf rund 62'000 Tonnen. Dieses Ergebnis sei mit starken Verkaufsförderungsmassnahmen erzielt worden, heisst es. Allerdings habe sich der Druck auf die Margen aufgrund der Rohstoffteuerung und der erhöhten Wettbewerbsintensität verschärft.

Auch Bell Deutschland sei mit anspruchsvollen Bedingungen konfrontiert (Konkurrenz, Rohmaterialpreise), heisst es weiter. Der Umsatz ging entsprechend um 2,3 Prozent auf 213 Mio CHF zurück (-5,9 Prozent in Lokalwährung). Das Absatzvolumen sank derweil um 1,9 Prozent auf 32'551 Tonnen. Positiv stimme hier das Markengeschäft, in dem verschiedene Markenkonzepte "erfolgreich unterwegs" seien.

Der Umsatz der Division International wuchs dank der Huber-Integration um 140 Prozent auf 223 Mio CH, das Absatzvolumen stieg um über 200 Prozent auf 54'476 Tonnen. Der Geflügelspezialist entwickle sich gut und der Integrationsprozess sei auf Kurs. In Frankreich werde zudem intensiv an der Verbesserung der Ertragslage gearbeitet. Bewusste Sortimentskürzungen und die Konzentration auf wertschöpfungsstärkere Produkte würden erste Resultate zeigen. Die Bell-Geschäftseinheiten in Polen und Ungarn seien derweil planmässig unterwegs.

Zum Convenience-Spezialist Hilcona heisst es, dass er u.a. aufgrund eines überproportionalen Wachstums bei den Retailkunden in der Schweiz auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurückblicke. Der Umsatz betrug 276 Mio CHF und das Absatzvolumen erreichte 47'150 Tonnen. Weitere Fortschritte seien auch bei der operativen Leistungsfähigkeit erzielt worden.

Integration und Prozesse im Vordergrund

Bezüglich Ausblick für das Gesamtjahr ist wenig Konkretes zu erfahren. Der Fokus liege im zweiten Halbjahr weiter auf der Integration der akquirierten Unternehmen sowie auf den eingeleiteten operativen Massnahmen zur Stärkung der Leistungsfähigkeit und Ertragslage, wie es heisst. Das Management gibt sich "von den Stärken der Gruppe sowie der erfolgreichen Umsetzung der Strategien überzeugt" und "für die kommenden Herausforderungen gewappnet". Die weitere Entwicklung der Rohmaterialpreise und der Absatzmärkte sowie deren Auswirkungen seien allerdings schwer abzuschätzen.

Weiter wurde ein kleiner Zukauf kommuniziert. Bell übernimmt den Walliser Charcuteriespezialisten Cher-Mignon SA. Mit 25 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 13 Mio CHF ist das Traditionsunternehmen laut Mitteilung der führende Hersteller in diesem Segment. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, wobei sämtliche Mitarbeiter übernommen wurden.

(AWP)