Berenberg - Tracker und sagt steigende Zinsen voraus

Die deutsche Privatbank Berenberg wertet regelmässig 260 Zinssignale aus. Das Ergebnis diesmal: Die Zinsen werden weiter steigen.
12.01.2019 04:10
Der Hauptsitz der Privatbank Berenberg in Hamburg.
Der Hauptsitz der Privatbank Berenberg in Hamburg.
Bild: ZVG

Der "Zinswende-Tracker", der seit Januar 2015 von der deutschen Privatbank Berenberg - offiziell Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG - berechnet wird, hat sich zum Jahresauftakt kaum bewegt. Der Composite-Indikator für Januar legte im Vergleich zum Vormonat um 3 Prozentpunkte auf +18 Prozent zu. Damit signalisiert der Indikator weiterhin steigende Zinsen.

"Den deutlichsten Beitrag lieferten abermals die positiven monatlichen Zinsveränderungen im Bereich der Bank- und Unternehmensanleiherenditen", schrieben die Analysten Philipp Jäger und Helge Schunck am Donnerstag. Die Indikatorbeiträge aus den anderen drei Zinssegmenten seien wie in den beiden Vormonaten vergleichsweise gering ausgefallen, ergänzten sie.

Trotz des geringen Bewegung des Indikators gab es zwischen den einzelnen Komponenten Verschiebungen. Der höchste Beitrag kam wie bereits im Dezember von der positiven Zinsänderung von Banken- und Unternehmensanleiherenditen im Monatsvergleich. Der Beitrag fiel allerdings etwas geringer aus, als es noch Ende 2018 der Fall war.

Dafür erhöhte sich der Beitrag der Einlagenkomponente, die zum zweite Mal in Folge mit +5 Prozent nach +1 Prozent im Vormonat einen positiven Beitrag zum Gesamtindex leistete. Und der negative Einfluss der Änderung der Kreditzinsen verringerte sich von -7 Prozent auf -2 Prozent.

Das Fixed Income Research von Berenberg ermittelt basierend auf einer Auswahl von 65 verschiedenen Zinsmassen insgesamt 260 Zinssignale für steigende bzw. fallende Zinsen. Nach dieser Ermittlung werden die Zinssignale zumeist nach BIP-Anteilen gewichtet und zu einem Composite-Indikator zusammengefügt. Die Werte dieses Indikators bewegen sich zwischen -100 Prozent (alle Zinssignale zeigen fallende Zinsen an) und +100 Prozent (alle Zinssignale zeigen steigende Zinsen an).

(Bloomberg)