Billiges Geld - Banken langen bei letzter EZB-Geldspritze überraschend kräftig zu

Geldhäuser haben sich von der EZB in einem vorerst letzten Geschäft dieser Art neue supergünstige Langfrist-Darlehen in überraschend hohem Volumen gesichert.
23.03.2017 11:41
Billiges Geld der EZB - die Banken langen zu.
Billiges Geld der EZB - die Banken langen zu.
Bild: Bloomberg

Die Europäische Zentralbank (EZB) teilte in ihrer vierten und damit abschliessenden längerfristigen Liquiditätsspritze den Instituten 233,47 Milliarden Euro zu, wie die Euro-Wächter am Donnerstag mitteilten. Nach einer Reuters-Umfrage hatten Experten im Mittel mit einer Grössenordnung von 125 Milliarden Euro gerechnet. Die Spanne reichte von 50 bis 300 Milliarden Euro. Laut EZB-Präsident Mario Draghi sind weitere Geldsalven dieser Art erst einmal nicht vorgesehen. Die neuen Darlehen werden am 24. März 2021 fällig.

Die grossen Geldsspritzen, die im Fachjargon "TLTRO II" genannt werden, wurden im März 2016 beschlossen. Sie sind Teil des umfassenden Massnahmenbündels, mit dem die EZB die Konjunktur ankurbeln und für mehr Inflation sorgen will. Die Geschäftsbanken erhalten die Geldsalven zum Nulltarif, denn bei ihnen wird der bei 0,0 Prozent liegende Leitzins veranschlagt. Den Instituten winkt zudem eine Prämie von bis zu 0,4 Prozent, sollten sie nachweisen, dass sie mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. 

(Reuters)